Sind Juden weiß?

Wie Antidiskriminierungsrecht am Antisemitismus scheitert

Das umstrittene Urteil des Landgerichts Frankfurt zum Flugverbot für israelische Staatsbürger bei Kuwait Airways ist auch in antidiskriminierungsrechtlicher Hinsicht interessant. Es zeigt, wie schwer es Gerichten fällt Antisemitismus unter die Kategorien des Antidiskriminierungsrechts zu subsumieren und ihn in seinen aktuellen Ausformungen zu erfassen. Nicht nur in Deutschland.

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Kommentar GB:

Es finden sich im Text zwar einige begriffliche Differenzierungen, die in der öffentlichen Darstellung meist übergangen werden. Sie bleiben jedoch einer äußerlichen, klassifikatorischen Definition verhaftet, die Ausdruck davon ist, daß das zugrunde liegende Problem gar nicht verstanden wurde; denn würde es verstanden, dann wäre die verfehlte Kategorie des Antisemitismus aufzugeben. Sie stammt von Wilhelm Marr (s. u.).

Es handelt sich nämlich gar nicht um Anti – Semitismus, sondern um (a) orientalischen und (b – e) okzidentalen Judenhaß in seinen verschiedenen historisch bedingten und abgeschichteten, aber sich teils überschneidenden Erscheinungsformen, nämlich als:

(a) Koranisch-muslimischer Judenhaß der Araber bereits seit der Medina-Zeit im 7. Jh.

(b) Christlich-kirchlicher, d. h.

(1)  katholisch-mittelalterlich-antijudaistischer Judenhaß und

(2)  frühneuzeitlich-protestantischer Judenhaß (Luther).

(c) Sozioökonomischer, geldwirtschaftlich-kirchenrechtlich bedingter Judenhaß (Geld, Kredit, Zins, Wucher und kanonisches Zinsverbot im Mittelalter bis in die Neuzeit)

als Übergangsform zum

(d) säkularisierten, pseudobiologisch-rassistischen Judenhaß (Gobineau, Chamberlin, Marr)

sowie zum

(e) antizionistischen, palästinensisch-proarabisch-islamophil larvierten Judenhaß ab Ende des II. Weltkriegs.

Literatur:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Marr