Sozialdemokraten stimmen für große Koalition

Das lange Warten hat ein Ende: Die Mitglieder der SPD haben sich für die Bildung einer Regierung mit CDU und CSU entschieden. Mehr als 66 Prozent stimmten dafür.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/spd-mitglieder-stimmen-fuer-grosse-koalition

und

Es ist passiert: DIE GROKO KOMMT

Kommentar GB:

Die SPD-Aktion namens „Merkel-Rettung“ war für´s erste jedenfalls erfolgreich.

Aber das Motto des „weiter so“ dürfte für beide Parteien wenig bekömmlich sein.

Und das Gerede von der nötigen „Erneuerung“ in der einen wie in der anderen Partei dürfte Gerede bleiben, denn es ist nicht ersichtlich, von welchen Leuten sie ausgehen sollte. Zumindest mir ist seit Jahren niemand aufgefallen, der intellektuell ernst zu nehmen wäre; hier allerdings abgesehen von der Ausnahmeerscheinung eines Julian Nida-Rümelin, der sich aus der Politik längst wieder zurückgezogen hat.

Wenn Erneuerung personelle Erneuerung bedeutet, dann ist damit nichts anderes als Wegtreten bisheriger Amtsträger zugunsten ambitionierter Karrieristen im Rock oder in Hosen gemeint. Das wird zukünftige Wähler nur sehr begrenzt interessieren.

Wenn Erneuerung aber programmatische Erneuerung auf Grundlage neuer Einsichten bedeuten soll, dann fragt sich, wer solche Einsichten denn dort haben und formulieren sollte. Davon ist weit und breit nichts und niemand zu sehen; auch bei Grünen und LINKEN m. E. nicht.

Beide GroKo-Parteien sind nicht auf der Höhe der Zeit und ihrer tatsächlichen Probleme: das ist die entscheidende Schwachstelle der kommenden GroKo.

Wollten beide Parteien daran etwas ändern, dann müßten sie lernen, und ein solcher Lernprozeß hätte mit einer selbstkritischen Fehleranalyse zu beginnen. Aber genau die ist aufgrund der bestehenden und vermutlich bleibenden Verleugnung nicht zu erwarten.

Man wird wieder einmal „nach vorne schauen“.

Na gut, dann schaut doch mal – über die Kante …