Trumps Zoll-Taktik geht auf

Von Jan Gänger

Donald Trump droht mit Schutzzöllen und fordert damit auch Verbündete aus Europa und Asien heraus. Die scheuen den Konflikt und geben sich kompromissbereit – und spielen dem US-Präsidenten in die Hände.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Trumps-Zoll-Taktik-geht-auf-article20355266.html

Kommentar GB:

Freihandel und Protektionismus sind schon immer zwei Seiten derselben Medaille gewesen. Starke Ökonomien sind in der Regel für Freihandel, schwache umgekehrt für Protektionismus. Trump sieht die USA derzeit in einer Schwächephase, und die will er erklärtermaßen beheben, zu Lasten jener, die derzeit im Vorteil sind.

Daher kann zumeist eine widersprüchliche Verbindung von Freihandel und Protektionismus beobachtet werden, je nach Situation, Interessenlage und relativer Stärke. Aus theoretischer Perspektive ist der Freihandel zwar eindeutig vorzuziehen, jedoch gibt es situativ immer wieder Gründe, davon abzuweichen; die Wirtschaftsgeschichte hat dazu einiges mitzuteilen. Es handelt sich nicht um eine moralische Frage, sondern um eine der spezifischen Interessen und der soziopolitischen Kräfteverhältnisse. Die deutsche Wirtschaftspolitik hat viel zu lange darauf vertraut, daß die deutsche Exportwirtschaft immer „Exportweltmeister“ bleiben könne, und zwar folgenlos – aber: Irrtum! Diese Außenhandelsstrategie ist in Europa bereits gescheitert, und sie gerät jetzt auf dem Weltmarkt unter Druck, allererst in den USA.

Es besteht dringender wirtschaftpolitischer Handlungsbedarf.