Islamfeindlichkeit und Antisemitismus – zwei zusammenhanglose Phänomene

In der aufgeklärten westlichen Gesellschaft herrscht die Meinung, dass es sich bei Islamfeindlichkeit und Antisemitismus um zwei ideologische Phänomene handele, die aktiv abgelehnt werden müssten.

von Evyatar Friesel

„Zu dieser lobenswerten Aussage gesellt sich häufig noch eine weitere Vorstellung: Die beiden Positionen seien miteinander verbunden, da die Gegner des Islam und Antisemiten ähnliche fremdenfeindliche Meinungen äußern. Und in einem weiteren Schritt wird behauptet, dass der heutige Anti-Islamismus dem Antisemitismus der Vergangenheit gleiche. Dass die Moslems heute genauso schikaniert würden, wie es die Juden in der Vergangenheit wurden. Ein bekannter Vertreter dieser Ansicht ist Prof. Wolfgang Benz, bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin.

Eine reflektierende Untersuchung zeigt, dass es keine Ähnlichkeiten zwischen den beiden Phänomenen gibt. Die Vermischung von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus hat irreführende und schädliche Folgen für das Verständnis beider und für die Auseinandersetzung damit.“ (…)

Islamfeindlichkeit und Antisemitismus – zwei zusammenhanglose Phänomene