Abzug der Soros-Stiftung aus Ungarn – Die Entscheidung beruht auf einer Risikoanalyse”

12 „Ungarn übte massiven Druck auf die Stiftung des US-Milliardärs George Soros aus. Nun zieht die Stiftung nach Berlin um. Hier schildern zwei Mitarbeiter, was sie in dem osteuropäischen Land erleben mussten.
Formal ist es nur ein Umzug. Praktisch aber ein Ereignis von großer Symbolik und ein Einschnitt in der postkommunistischen Geschichte Mittel- und Südosteuropas: Die Open Society Foundation (OSF) des US-Börsenmilliardärs George Soros wird ihr europäisches Hauptquartier in Budapest zum 31. August schließen und nach Berlin umziehen. Der Grund: Das “repressive politische und gesetzliche Klima in Ungarn”, wie die Leitung der Stiftung in New York am 15. Mai mitteilte.
Damit geht eine Ära von mehr als drei Jahrzehnten zu Ende, wo sie einst begonnen hatte – in Budapest: George Soros hatte 1984 angefangen, in der ungarischen Hauptstadt antikommunistische Oppositionelle mit Fotokopierern zu unterstützen. Mit seinem Engagement wurde er zur Hassfigur für viele antiliberale Kräfte – in Ungarn, aber auch andernorts. US-Spindoctor Stephen Bannon bezeichnete Soros unlängst als “Teufel”.
SPIEGEL ONLINE: Herr Nizák, die Open Society Stiftung von George Soros schließt ihr Hauptquartier in Budapest zum 31. August und zieht nach Berlin. Geht damit ein historisches Kapitel zu Ende?
Nizák: In der Tat. Die Open Society Stiftung wurde hier in Ungarn in der Zeit des Systemwechsels 1989/90 gegründet. Aber George Soros hat die einstige antikommunistische Opposition schon seit 1984 unterstützt. Dieses Kapitel endet jetzt. Aber, ganz wichtig: Die finanzielle Unterstützung für Projekte in Ungarn, in Mittel- und Südosteuropa, in der ganzen Region wird weder eingestellt noch verringert.
Quelle: SPON

Anmerkung JK: Bekannt ist, dass Soros über seine diversen Stiftungen, dessen Dachverband Open Society Foundations heißt, die Verbreitung der neoliberalen Ideologie und die Regime Change Aktivitäten der US-Regierung explizit unterstützt oder unterstützt hat, wie etwa in der Ukraine. Die entsprechende Semantik dazu ist die, der “offenen Gesellschaft” und der “offenen Grenzen”. Offene Gesellschaft im neoliberalen Sinne, dass jeder seines individuellen Glückes Schmied ist und offene Grenzen für Kapital, Waren und Arbeitskräfte.

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