Ein Vademekum gegen den Wahnsinn

Dushan Wegner, Gastautor / 25.07.2018 /

„Am Sonntag haben sich Promis, unter anderem aus GEZ-TV und Politik, für eine Kundgebung mit dem Titel „ausgehetzt“ stark gemacht. Es ist eine interessante Wortwahl, dieses „ausgehetzt“. In der DDR hatte man Abweichler noch aufgrund von §106 Staatsfeindliche Hetze verfolgt. Prominenter Fall war etwa die Sängerin Bettina Wegner, die bis zu ihrer Ausweisung 1983 von der Stasi als „feindlich-negative Person“ beobachtet wurde. Schon 1934 zog die NSDAP gegen „Miesmacher und Kritikaster“ zu Felde und befand, dass es verbrecherisch sei, anderen den Mut zu nehmen, und wer das täte, sei ein „Hetzer“.

Letztes Jahr dann brachte der umstrittene deutsche Politiker Heiko Maas ein unter Juristen fragwürdiges Zensurgesetz – nach eigenen Worten „gegen Hass und Hetze“ – in den Bundestag ein. Der Geist ist jedes Mal derselbe: Kritik ist schnell Hetze, und Hetze ist heute das meiste, das sich nicht dem linksgrünen Bauchgefühl unterwirft. Und so demonstrierte man mit Parolen wie „FickDichCSU“ (siehe @fwhfreising), und mit diversen Anspielungen aufs Dritte Reich wurde gegen die „Verrohung der Sprache“ protestiert – nein, es ist nicht böse, wenn die Guten es tun, wissen Sie das denn nicht?“ (…)

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