Louise Brown wird 40. Ich gratuliere!

24. Juli 2018   –   Dr. Gudrun Eussner
Das in England vor vierzig Jahren nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen gelungene Experiment, einer Frau einen „Zellhaufen“ in die Gebärmutter zu pflanzen, aus dem aus dem Ei und dem Sperma von Lesley und John Brown ihr Kind Louise entsteht und am 25. Juli 1978 geboren wird, ist der Beginn einer Reproduktionsindustrie, die sich weltweit zu einem Milliardengeschäft entwickelt.

Es wirken mit: IVF Australia, Sydney, The Fertility Institutes United States-Mexiko-India, Los Angeles, New York, Utah/USA, Kinderwunschklinik Dr. Loimer GmbH, Wels-Linz-Wien/Österreich, Cryos International, Aarhus/Denmark, um nur einige zu nennen.

Paare in den USA können die Preimplantation Genetic Diagnosis (PGD) nutzen, um vor der Einpflanzung des „Zellhaufens“ in die Gebärmutter nicht nur eventuelle Gendefekte auszuschließen, sondern auch, um Geschlecht und Augenfarbe ihres ungeborenen Kindes zu wählen, freut sich die „Schwangerschaftswohlbefinden“ fördernde American Pregnancy Association. Das ist ein „Kinderspiel“ und kostet $ 16 500, berichten Paare.

Embryonenspende ist „eine Spende, genau wie eine Organspende“, erfährt Deutschlandfunk-Journalistin Doris Arp, am 1. Juni 2017, vom Augsburger Psychologen Hans Peter Eiden. Das Kind ist ein Organ, das aber auch „Schneeflöckchen“ oder „Eisbärchen“ genannt wird.

Und was als nächstes kommt bzw. schon da ist: Den lukrativen Reproduktionsbetrieb aufrecht zu erhalten, zu erweitern und die Kritik daran zu entschärfen.

Das angebliche Recht auf ein Kind, gar auf ein Designer-Baby, die Erfüllung des sehnlichsten Kinderwunsches von Paaren, welcher Zusammensetzung auch immer, hetero oder schwul oder lesbisch, verheiratet oder verpartnert, sowie von alleinstehenden Frauen und Transgender-Frauen mit allen medizinisch möglichen Mitteln, wird Zug um Zug durchgesetzt, von den Regierungen der westlichen Welt, darunter der deutschen, schrittweise legalisiert, und außer einer Minderheit von als homophob diffamierten Kinderspychiatern, den Kirchen und Resten von konservativen Bevölkerungskreisen stellt das sonst niemand in Frage.

Ein vom deutschen Justizminister Heiko Maas 2015 eingesetzter „Arbeitskreis Abstammungsrecht“ eröffnet der Lesbierin, die nicht Mutter des Kindes ist, die Möglichkeit, „Mit-Mutter“ zu werden; er will das Recht des Kindes stärken, ab 16 Jahren Einsicht in die Daten seiner Mutter zu nehmen und somit deren Namen, Geburtsdatum und Anschrift zu erfahren.

Wer jemals in der Lage war, zu seinem Recht nur zu kommen bei Klage gegen seine Eltern, der weiß, welche Hürde damit vor dem Kind aufgerichtet wird.

Wer sein genetischer Vater ist, soll dem Kind weiterhin vorenthalten werden, wobei der Arbeitskreis es den Spenderkindern aufbürden will, gerichtlich die Information über ihre genetische Abstammung einzuklagen.

Empfehlungen für eine Reform des Abstammungsrechts
Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (Hrsg.). 10. Juli 2017

Die katholische Kirche meint, altmodisch und nicht auf der Höhe des Zeitgeistes, diese Selektion sei ethisch verwerflich, und der Staat müsse „vom Kind her denken und nicht von denen, die glauben, ein ‚Recht auf das Kind‘ zu haben. … Das Kind – und das lässt sich naturrechtlich absolut klar begründen – hat ein Recht auf seinen leiblichen Vater und seine leibliche Mutter.“

Nicht entwurzelte Kinder produziert die Reproduktionsmedizin, sondern Kinder ohne Wurzeln. Wer entwurzelt ist, der hat Wurzeln und kann irgendwo neu Wurzeln schlagen, wer aber keine Wurzeln hat, der wird ein Spielball eines jeden Windhauches sein.

http://eussner.blogspot.com/2018/07/louise-brown-wird-40-ich-gratuliere.html