Nach Treffen in Helsinki

Putin prangert Trump-Gegner in Amerika an

  • Aktualisiert am 19.07.2018

Russlands Präsident findet, dass er und Donald Trump auf einem guten Weg seien. Er hat aber auch eine warnende Botschaft an andere „Kräfte“ in Amerika. Trump freut sich derweil auf ein zweites Treffen mit Putin.

http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/putin-prangert-trump-gegner-in-amerika-an-15698829.html

Kommentar GB:

Die Ukraine-Politik der global governance hat in Verbindung mit der verabredungswidrigen Osterweiterung der NATO zu den bekannten russischen Reaktionen geführt. Die Krim wurde mit Legitimation einer Volksabstimmung russisch, der Donbass bleibt umkämpft, wenngleich keine offiziellen staatlichen Kombattanten aktiv sind. Nun weiß Putin sicherlich genau, wer die Ukraine wie destabilisiert hat, ebenso, welche NGO´s die Finger im Teig hatten, und wer diese NGO´s finanziert hat. Daß diese Politik die Spaltung Europas beabsichtigt, zu dem allerdings bekanntlich auch Rußland gehört, um den dominanten Einfluß der USA im westlichen Eurasien zu bewahren, das ist zwar leicht erkennbar, hindert die EU aber nicht, diese für sie schädliche Politik zu unterstützen. Aber sie ist eben selbst Teil der global governance, die nicht mehr im Weißen Haus logiert, und kann daher gar nicht ausscheren. Das sind zugleich die politischen Gründe, weshalb das Nordstream-Gasprojekt so umkämpft ist: eine zunehmend belastbarere, zunächst wirtschaftliche, dann politische Brücke zwischen Rußland und Deutschland muß aus der US-Sicht der global governance verhindert werden, und ökonomische Konkurrenz-interessen bezüglich der Gaslieferungen treten verstärkend hinzu. Trump folgt diesen ökonomischen Interessen, aber nicht oder wohl nur symbolisch der Strategie der global governance mit dem Pentagon im Hintergrund. Aus deren Sicht gefährdet Trump den endlich erreichten Eskalationsgrad der Spaltung Europas, und am meisten dürfte eine gewisse politische Verständigung gefürchtet werden, weil die Strategie der global governance dadurch womöglich obsolet werden würde. Eine weitere Annäherung zwischen Rußland und dem Rest Europas würde das relative Gewicht Rußlands sicher stärken und dasjenige der USA verringern. Europa bewegte sich dann womöglich nicht länger im Schlepptau der USA, sondern legte ein stärkeres Gewicht auf die eurasische Option. Und auf der ostasiatischen Seite steigt China weiter auf, und es wird zwangsläufig damit beginnen,  die Seemacht USA schrittweise aus den ostasiatischen Küstenbereichen zurückzudrängen, die von China für seine Handelsschiffahrt beansprucht werden; mit entsprechender militärischer Kontrolle, versteht sich. Solche allmählichen Macht- und Einflußreduktionen dürften in den USA bedenken auslösen; sie werden sich also diesen Tendenzen möglichst widersetzen. Und das tun sie bereits, wie man sehen kann.