Medienspiegel

Der INSM-Bildungsmonitor 2018

Wo stehen die Bundesländer beim Bildungscheck?

Welches Bundesland hat das beste Bildungssystem? Wer hat sich verbessert? Wo gibt es in Kindergarten, Schule, Lehre und Hochschule Änderungbedarf? All das können Sie auf dieser und den nachfolgenden Seiten erfahren. Hier werden die wichtigsten Ergebnisse des INSM-Bildungsmonitors 2018 vorgestellt. In die seit 2004 jährlich erstellte Studie fließen 93 Indikatoren ein. Das reicht von der Zahl der Schulabbrecher pro Bundesland bis zur Zahl der frisch gekürten Doktoren, die von einer Universität kommen.

Der INSM-Bildungsmonitor zeigt, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes zum Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft beiträgt. Die Zahlen kommen von verschiedenen statistischen Einrichtungen wie beispielsweise den Statistischen Landesämtern und werden in Punkte umgerechnet. Die Daten stammen zumeist aus dem Jahr 2015 und 2016.

https://www.insm-bildungsmonitor.de/

Studie: Schulen bekommen Migranten-Integration und Bekämpfung von Bildungsarmut nicht in den Griff

 

Kommentar von R. H. zu:

Schulen bekommen Migranten-Integration… nicht in den Griff

Vor längerer Zeit hat Hartmut Krauss eine metaphorische Aussage sinngemäß etwa so formuliert: Die Waffen der Kritik sind geschmiedet. Sie müssen nur angewendet werden. Auch zu diesem Thema bietet es sich an, die Waffen auszupacken. Ich habe im Arsenal nachgeschaut und bin fündig geworden. Ob sie treffend sind, mögen andere beurteilen:

(farblich untersetzt: R. H.)

http://www.hintergrund-verlag.de/texte-kapitalismus-krauss-bildungsverfall-als-ausdruck-soziokultureller-krisenentwicklung.html

Je höher der Anteil von funktionellen Analphabeten, notorischen Nichtlesern und Nichtlesenkönnern, desintegrierten Schulabbrechern, studierunfähigen Abiturienten und kapital-funktional verschulten, aber ungebildeten „Bachelors“ wächst, desto flacher, lückenhafter und „unüberzeugter“ fällt der Aneignungsprozess des antiken und modern-europäischen Kulturerbes aus. Infolgedessen wird nicht nur ein aufklärungshumanistisch-menschenrechtlicher und säkular-demokratischer Grundkonsens systematisch erschwert, wenn nicht gänzlich als normative Basis und wertmäßige Klammer hochpluralistischer Gesellschaften außer Kraft gesetzt. Vielmehr kommt es zu einer scheinbar paradoxen, aber höchst kapitalfunktionalen Gleichzeitigkeit von einem pseudolibertär-konsumistischen Hedonismus und einer selbstvergessenen und selbstverstümmelnden „Toleranz“, Nachgiebigkeit und Wehrlosigkeit, ja ignoranten Schönfärberei gegenüber migrationsimportierten autoritär-menschenrechtsfeindlichen Herrschaftskulturen[38].

http://www.hintergrund-verlag.de/texte-kapitalismus-krauss-zuwanderung-und-bildung.html

Vor dem Hintergrund gravierender demographischer Veränderungen (sinkende Bevölkerungszahl bei gleichzeitiger Erhöhung der älteren und Abnahme der jüngeren Alterskohorten) wird immer wieder der Ruf nach mehr Einwanderung laut, um den „Standort Deutschland“ als „Exportnation“ zu sichern und das erreichte gesellschaftliche Lebensniveau zu halten.

Abstrakt-vordergründig betrachtet ist diesem Ruf trotz seiner ökonomistischen Verkürzung zunächst durchaus zuzustimmen. Denn gerade eine „sozial gerechte“ Gesellschaft benötigt eine ausreichend große Zahl produktiv-kreativer Mitglieder zur Herstellung eines entsprechenden „Verteilungskuchens“.

Allerdings ergeben sich dann bei dem klügeren Teil der Gesellschaft sofort folgende Fragen:

– Zuwanderung „an sich“ ohne nähere Reflexion der Beschaffenheit der Zuwanderergruppen?

– Oder Zuwanderung bestimmter Personengruppen mit konkreten Eigenschaftsmerkmalen wie Qualifikation, „Bildungsnähe“, berufliche Integrationsfähigkeit, kulturell-normative Integrationsbereitschaft und Identifikation mit der menschenrechtlich-demokratischen Werteordnung?

Es geht also nicht nur um ökonomisch-utilitaristische Kriterien, sondern auch um politisch-ethisch-weltanschauliche Kompatibilitätsaspekte zwecks Vermeidung absehbarer selbstbeschädigender Konflikte.

Sehr auffällig ist der Sachverhalt, dass mit Japan und Finnland zwei Länder an der Spitze liegen, die eine extrem niedrige Zuwanderungsrate aufweisen. In Japan liegt sie bei 1,7 Prozent (2,2 Millionen bei einer Gesamtbevölkerung von 127,8 Millionen). Dabei kommen die nennenswerten Zuwanderergruppen aus China, Korea, Brasilien, den Philippinen und Peru. Kennzeichnend für die bisherige japanische Zuwanderungspolitik waren zwei Grundsätze: „Zuwanderung soll ausschließlich den Hochqualifizierten ermöglicht werden; und auch diese sollten lediglich eine zeitlich befristete (in der Regel maximal fünf Jahre) Aufenthaltsgenehmigung erhalten.“[6]

Auch in Finnland beträgt der Zuwandereranteil nur 2% (ca. 133.000) und ist damit einer der niedrigsten in ganz Europa. Die meisten Immigranten kommen aus Russland (ca. 26.000), Estland (20.000) und Schweden (8.300). Mit ca. 3.300 liegen Zuwanderer aus Deutschland noch vor jenen aus der Türkei (ca. 3.200) und dem Irak (ca. 3.000). Dennoch gilt vor dem Hintergrund dieses quantitativ niedrigen Ausgangsniveaus auch für Finnland – gewissermaßen im Bonsai-Format – folgende Problemkonstellation: „Andererseits wächst die Zahl von Migranten aus Osteuropa oder aus Entwicklungsländern, darunter viele Flüchtlinge, die einen geringen Bildungsgrad, kaum Finnisch- bzw. Schwedischkenntnisse und wenig Arbeitserfahrung mitbringen. Die letzte Gruppe umfasst viele junge Menschen, die weder die Schule besuchen noch im Hauptarbeitsalter sind. Die Ausgangsbedingungen für ihre Integration in die finnische Gesellschaft sind erschwert; sie sind von einer Marginalisierung bedroht“ (Bonin 2010, S. 118).

Vor dem Hintergrund einer Absenkung des Allgemeinbildungsniveaus[11] infolge intensiver (Über-)Nutzung digitaler Medien sowie dem Rückgang von Rechtsschreib- und Lesekompetenzen, verringert sich auch die durchschnittliche Aufnahme- und Verarbeitungskapazität historisch-politischen Wissens und damit die subjektive Motivations- und Fähigkeitsbasis für demokratische Partizipation und bürgerschaftliches Engagement. Oder unter einem anderen Blickwinkel betrachtet: Je unwissender eine Bevölkerung im Durchschnitt ist, desto besser lässt sie sich beherrschen, kontrollieren, manipulieren, domestizieren und zu falscher Toleranz verführen etc. Und so leichter haben es die Herrschenden, den gesellschaftlichen Niedergangs- und Verfallsprozess zu verschleiern bzw. schönzureden.

Generell zeigt sich, dass ein hoher Anteil von Zuwanderern mit einem vormodern-traditionalistischen Bewusstseins-, Verhaltens- und Sozialisationsformat nicht nur das durchschnittliche gesellschaftliche Bildungsniveau belastet und das Potenzial reaktionär-antiemanzipatorischer Einstellungen (religiöser Irrationalismus, Autoritarismus, Patriarchalismus, Antisemitismus, Atheistenfeindlichkeit und Christophobie) anschwellen lässt, sondern ein ganzes Bündel von sozialen Desintgrationsphänomenen produziert. Diese reichen von gegengesellschaftlichen Milieubildungen und No-go-areas über den Aufbau einer Paralleljustiz bis hin zu einer höheren Sozialhilfequote sowie höheren Kriminalitätsrate[13].