Der Islam ist nichts Gutes!

Eine entgegengesetzte Sichtweise siehe:

Dienstag, 07. August 2018

Haltung zum Islam als Trennlinie

„Es gibt einen Kulturkampf in Deutschland“

Islamfeindlichkeit ist das einigende Band des Rechtspopulismus, sagt der Kommunikationswissenschaftler Kai Hafez.

„Wer ihn bremsen will, muss die Islamfeindlichkeit bekämpfen.“

Die Medien seien dabei das Nadelöhr.

https://www.n-tv.de/politik/Es-gibt-einen-Kulturkampf-in-Deutschland-article20560693.html

und ders.:

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-12/islam-verstaendnis-medien-berichterstattung-populismus-gefahr/komplettansicht

https://de.wikipedia.org/wiki/Kai_Hafez

https://www.uni-erfurt.de/kommunikationswissenschaft/personen/personenuebersicht/prof-dr-kai-hafez/

Zu diesem Autor schreibt Hartmut Krauss:

Antiislamkritische Feindbildkonstruktion unter dem Vorwand der Feindbildbekämpfung1

Um Islamkritik a priori und pauschal als „Vorurteil“ bzw. „Fremdenfeindlichkeit“ denunzieren zu können, hat sich ein spezifischer Zweig der Vorurteilsforschung herausgebildet, um dem Ganzen ein vorgeblich „wissenschaftliches“ Mäntelchen umzuhängen. Dabei ist in metakritischer Perspektive grundsätzlich zu hinterfragen, ob sich es bei den behaupteten Vorurteilskonstrukten nicht selbst um Vorurteile handelt. Was sind überhaupt ‚Vorurteile’? Sieht man einmal von der subjektiven Funktionalität von Vorurteilen bei der Bewältigung komplexer Alltagssituationen ab und konzentriert sich auf den negativ-kritischen Wertungsgehalt des Begriffs, so handelt es sich bei ‚Vorurteilen’ um realitätswidrige Einstellungen/Eigenschaftszuschreibungen bzw. generalisierende Wertungen in Bezug auf überindividuell vorhandene, objektive Lebenswirklichkeitsausschnitte, an denen auch trotz ihrer Realitätswidrigkeit festgehalten wird. Voraussetzung für die kritische Feststellung von Vorurteilen ist demzufolge die implizit unterstellte Unterscheidbarkeit zwischen adäquaten und inadäquaten Urteilen in Bezug auf den jeweiligen Realitätsausschnitt. Beispiel: A. Der Islam ist friedlich und tolerant. B. Der Islam ist unfriedlich und intolerant. Entscheidend ist letztendlich die Überprüfung der Begründungsinhalte und Begründungsmuster der entsprechenden Urteile, um ein angemessenes Bewertungsurteil über sie fällen zu können. Wer islamkritische Einstellungen – erhoben über höchst fragwürdige Aussagevorgaben und ohne nähere Begründungsanalyse – als ‚Vorurteile’ klassifiziert, zeigt damit nur, dass er sein eigenes (positives) Vorurteil = positives Islambild zum ungeprüften bzw. latenten Wahrheitskriterium macht und damit selbst vorteilsgebunden vorgeht: der Träger eines positiven Vorteils, der sich zum moralischen Richter über kritische Einstellungen erhebt und diese gegenläufigen Positionen nun seinerseits als Vorteile denunziert2. Mit kritisch-wissenschaftlicher Wirklichkeitserfassung hat dieses Unterfangen de facto nichts zu. Eine wirklich kritisch-wissenschaftliche Herangehensweise hätte sich vielmehr mit der Analyse der Tragfähigkeit von Begründungsmustern zu befassen, die ‚Vorurteilen’ zugrunde liegen.

Die Parteilichkeit dieser als „Vorurteilsforschung“ verbrämten Pseudowissenschaft besteht darin, dass von der Aufnahmegesellschaft die bedingungslose Akzeptanz der islamischen Herrschaftskultur in ihren unterschiedlichen Erscheinungen abverlangt wird, während ihr gleichzeitig das Recht auf kritisch-ablehnende Haltungen und Artikulationen genommen werden soll. Wer sich den orthodoxen Muslimen mit ihrer vormodern-rigiden Haram- und Halal-Kultur nicht fügt, ihnen nicht entgegenkommt, ihren Ansprüchen nicht folgt etc., wird unversehens zum Vorurteilsträger, wenn nicht gar zum „Rassisten“. Es ist ein erfreulicher Trend feststellbar, der erkennen lässt, dass dieser faschistoid-verleumderische Etikettierungsterror, der als Ausfluss einer politisch-korrekten Meinungsdiktatur wirkt, an seine Grenzen stößt. (Hervorhebung GB)

Wie bereits 2003 zutreffend festgestellt wurde, läuft die Umfälschung von Islamkritik in ein angebliches „Feindbild Islam“ darauf hinaus, den Interessen islamistischer Verbände zu dienen. „Denn ist der Konsens erst einmal hergestellt, die Islamfeindlichkeit sei das dringende Problem, dann stellen sich andere unbequeme Fragen, zum Beispiel nach der demokratischen Struktur muslimischer Verbände, deren Verhältnis zum Grundgesetz und zu der universellen Gültigkeit von Menschenrechten erst gar nicht. Tatsächlich bestimmen islamistische Gruppen seit Jahren die Agenda und damit, was in Deutschland im Kontext mit dem Islam diskutiert wird und was nicht“ (Seidel 2003, S.268f.).

Während die Islamapologeten in absoluter Wirklichkeitsverkehrung behaupten, die deutschen Medien würden „zu kritisch“ über den Islam berichten, ist das genaue Gegenteil der Fall. Tatsächlich dominieren in den Print- und audiovisuellen Medien Schönfärbung, Tabuisierung, Hetze gegen Islamkritik und (Selbst-)Zensur, die auch eine Folge von muslimischer Bedrohung und Erpressung ist. Die Palette der Einschüchterung reicht von Telefonanrufen bei unliebsamen Journalisten, gezielten Besuchen in Redaktionen, um eine „islamfreundliche Berichterstattung“ zu erzwingen, das Erwirken von Gegendarstellungen bis hin zum Anzetteln von Strafverfolgungen gegen unliebsame Publizisten3. „Die Einzelfälle haben sich zu einem System der Einschüchterung verdichtet. Bundesweit versuchen Islamisten durch organisierten Protest, Einfluss auf unliebsame Berichterstattung zu nehmen. So gelang es ihnen bereits, die Ausstrahlung kritischer Sendungen im Fernsehen zu verhindern. Und Journalisten scheuen inzwischen häufiger als in der Vergangenheit vor Recherchen im islamistischen Milieu zurück. Sie fürchten die drohenden Folgen, die von Psychoterror bis hin zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten reichen können“ (ebenda, S. 270).

Ein unglaubliches Zerrbild des in den Medien vorherrschenden Islamdiskurses zeichnet Kai Hafez (2009). Zunächst einmal unterschlägt er völlig, dass in den deutschen Mainstreammedien außerhalb des Internets folgende Klischees dominieren:

1) Das Bild „Guter Islam/Böser Islamismus“.

2) Das Bild von den 99,9 Prozent friedliebenden Muslimen.

3) Die Standardfloskel: „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“

4) Die Standardfloskel: „Das sind alles nur Einzelfälle“ und

5) Die Gleichsetzung von Islamkritik mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Demgegenüber existieren im postdemokratischen Deutschland keine gleichen Partizipationschancen für fortschrittlich-emanzipatorische Islamkritik. Noch immer wird ihr die Möglichkeit genommen, ihre Ansichten und Positionen öffentlich gleichgewichtig zu kommunizieren.

Völlig ausgeblendet lässt Hafez zudem den Tatbestand, dass islamische Akteure de facto eine herausragend hohe Zahl von Gewaltaktionen mit zahlreichen Todesopfern und Verletzten zu verantworten haben und damit nicht nur „kritische Nachrichten“ generieren, sondern auch durchaus nachvollziehbare Ablehnungsreaktionen innerhalb der nichtmuslimischen Bevölkerung provozieren.

Hier zeigt sich, was die Islamapologetik darüber hinaus grundsätzlich auszeichnet, nämlich eine „Einstellungskultur“ der selbstgerechten Verantwortungslosigkeit. Was gehen mich die strengen Glaubensgenossen im Iran, Saudi-Arabien, im Gaza-Streifen, in den pakistanischen Koranschulen etc. an? Was kümmern mich die islamisch über- und durchformten Sitten in Ostanatolien oder die Lehren der Muslimbrüder? Was gehen mich die zahlreichen Koran-Zitate an, in denen gegen Anders- und Ungläubige gehetzt wird? Das alles hat doch gar nichts mit dem (= meinem) Islam zu tun! Hier bin ICH und erwarte, dass man mich gefälligst mit meinem selektiv-subjektivistischen „Bonbon-Islam“ in Frieden lässt, keinen näheren Aufschluss über Inhalt und Relevanz meines intramuslimischen Abgrenzungsdiskurses verlangt und mich ohne Wenn und Aber respektiert. Dass der Islam in Deutschland natürlich etwas anderes bedeutet wie der Islam im Iran, in Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei etc., hat vor allem mit der Wirkungsmacht der andersartigen Kräfteverhältnisse hierzulande zu tun und nichts mit der inhaltlichen Beschaffenheit des orthodoxen Islam.

Auch Jäger (2009), der im Gewand des kritischen Diskursanalytikers daherkommt, bedient sich selber einer a priori diffamierenden Bewertungssprache, indem er hemmungslos „labelt“ und affektbesetzte Vorurteile in Gang setzt, die das Potential in sich haben, eine Pogromstimmung gegen Islamkritik zu entfachen. Hinter „Kritischer Diskursanalyse“ in diesem Stil verbirgt sich bei näherer Betrachtung nichts weiter als ein pseudowissenschaftlich drapiertes Podest, von dem herunter man umso ungehemmter missliebige Gegenpositionen, die vom Tugendpfad der eigenen verqueren Gesinnung abweichen, systematisch denunzieren und diffamieren zu können glaubt.

Ohne eine Definition von „rechts“ anzubieten, werden „Jyllands-Posten“ als „rechtslastig“ eingeführt und die Karikaturen als „rassistische Machwerke“ bezeichnet. Gerade die undifferenzierte und pauschalisierende Gleichsetzung von Kritik mit Rassismus/Fremdenfeindlichkeit behindert eine tabufreie und entideologisierte Debatte über Migration und Integration gemäß wissenschaftlich-analytischer Standards jenseits einer präjudizierenden multikulturalistischen Ideologie. Der Skandal der von muslimischer Seite gezielt inszenierten Empörungswelle in der islamischen Welt wird gemäß der „Haltet-den-Dieb-Methode“ unter der Hand den westlichen Medien in die Schuhe geschoben. Unter Zuhilfenahme der degenerierten Rassismuskeule wird Kritik an Zuwanderern/Nichtdeutschen, darunter orthodoxe und radikale Muslime mit einem extrem reaktionären Weltbild und Einstellungsprofil, zum einen per se und a priori ins Unrecht gesetzt. Zum anderen wird dadurch Nichtdeutschen/Zuwanderern/Muslimen eine Generalabsolution erteilt, die sie jeder Möglichkeit einer kritischen Betrachtung und Bewertung entzieht. Unter dem Vorwand einer angeblich „humanistischen“ und „antifaschistischen“ Haltung werden damit in Wahrheit eine reaktionäre Verhetzung von kritischer Aufklärung sowie eine Verbrüderung mit repressiv-antiemanzipatorischen Zuwanderungsgruppen betrieben.

 

1 Auszug aus dem Sammelband: Hartmut Krauss (Hg.), Feindbild Islamkritik, Osnabrück 2010, S. 88-92.

2 Gemäß der berüchtigten Heitmeyer-Skala, die so etwas wie den „Hexenhammer der Islamapologetik“ im deutschen Sprachraum darstellt, soll „Islamophobie“ bereits dann vorliegen, wenn man sich nicht dem Deutungsdiktat unterwirft, dass der Islam eine bewundernswerte Kultur hervorgebracht habe. Auch wer der Aussage nicht zustimmen mag „Die muslimische Kultur passt durchaus in unsere westliche Welt“ wird entsprechend stigmatisiert. Ebenso bekommt derjenige den Stern angeheftet, der sein Kind nicht von einer kopftuchtragenden muslimischen Lehrerin unterrichtet sehen möchte. Ob dieser scheinwissenschaftliche Bewertungsterror, der im Grunde auf die Suspendierung religionskritischer Meinungsfreiheit hinausläuft, eher faschistoide oder stalinoide Züge trägt, sei hier dahingestellt.

3 Ein jüngstes Beispiel hierfür war das Vorgehen des Führers der Islamischen Religionsgemeinschaft (Berlin), Vural, gegen den Betreiber des Kritiknetzes, Heinz Gess. Vgl. http://www.kritiknetz.de/beitraege-anderer-zeitschriften/639-verhaftung-des-fuehrers-der-qislamischen-religionsgemeinschaftq-berlin-vural