Wem gehören die deutschen Medien? – Eine Nachforschung

06.03.2018(aktualisiert 06.03.2018

Die deutsche Medienlandschaft gilt als solide und vielfältig – sie ist ein Vorzeigebeispiel pluralistischer Medienarbeit und der Konkurrenz verschiedener Verlage, so der verfestigte Glaube. Allerdings offenbart eine Analyse der teils undurchsichtigen Verbindungen, dass ein großer Teil der deutschen Medienlandschaft genau drei Familien gehört.

https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20180306319827373-wem-gehoeren-deutsche-medien-springer-bertelsmann-burda/

Kommentar GB:

Ergänzend ist hinzuweisen auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Funke_Mediengruppe

im einzelnen:

Funke Mediengruppe
Neven du Mont – Madsack

Zeitungsgruppe Köln
Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Express

Der Verlag verfügt in der Kölner Medienlandschaft über eine enorme Meinungsmacht, da – abgesehen von der Lokalausgabe der Bild-Zeitung – alle lokalen Tageszeitungen in Köln und den umliegenden Gemeinden im Verlag der DuMont Mediengruppe erscheinen.

Holzbrinck-Gruppe

Schrittweiser Rückzug aus dem Zeitungsgeschäft

Die Zeitungen mit nur regionaler Bedeutung verblieben zunächst bei GvH.[16] Die Mediengruppe Main-Post in Würzburg wurde im Dezember 2010 an die Mediengruppe Pressedruck (Augsburger Allgemeine) verkauft.[17]

Der Mehrheitsanteil an der Saarbrücker Zeitungsgruppe (Saarbrücker Zeitung mit Pfälzischer Merkur, Trierischer Volksfreund und Lausitzer Rundschau) wurde 2012 mit Wirkung zum 1. Januar 2013 an die Rheinische Post Mediengruppe verkauft.

Der Südkurier in Konstanz gehörte seit 1980 zu 25 % und seit 1990 zu 100 % der Holtzbrinck-Gruppe. Am 21. November 2011 wurde die Übernahme von 51 Prozent der Anteile am Südkurier Medienhaus durch die Mediengruppe Pressedruck (Augsburger Allgemeine) bekanntgegeben.[18] Ende 2013 übernahm Pressedruck auch die übrigen Anteile von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.[19]

SPD-Medien

die ehemalige SPD-Bundesschatzmeisterin und Generaltreuhänderin der DDVG, Inge Wettig-Danielmeier, über die Parteibeteiligung an Medien gesagt:

„Auch dort, wo wir nur 30 oder 40 Prozent haben, kann in der Regel nichts ohne uns passieren.“ [15]

Parteipolitiker von CDU und FDP forderten im Zuge der Übernahme der Frankfurter Rundschau durch die DDVG, dass die Besitzverhältnisse einer Zeitung im Impressum ausgewiesen werden sollten sowie dass Mehrheitsbeteiligungen von Parteien an Medienunternehmen gesetzlich untersagt werden sollten.[16][17][18]

Im August 2007 wurde ein Briefwechsel aus dem August 2005 zwischen der Inge Wettig-Danielmeier und dem damaligen Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, Wolfgang Storz, bekannt. In diesem hatte sich Wettig-Danielmeier über die Berichterstattung der FR zur Linkspartei beschwert und den Abdruck eines Beitrags von Helga Grebing, Mitglied der historischen Kommission beim SPD-Parteivorstand, zum Thema empfohlen.[19] Storz lehnte dies mit Verweis auf die redaktionelle Unabhängigkeit ab, Wettig-Danielmeier antwortete, Storz Weigerung beruhe möglicherweise „auch auf einem Missverständnis über die redaktionelle Unabhängigkeit und Führung einer Redaktion.“[20] Im Mai 2006 wurde Storz gekündigt, er selbst sieht den wesentlichen Grund im Konflikt mit Wettig-Danielmeier. Wettig-Danielmeier dagegen betonte, die Kündigung beruhe auf unterschiedlichen Sichtweisen über die wirtschaftliche Lage der FR.[20]

Im Dezember 2013 berichtete Der Spiegel, die DDVG unterlaufe bei Zeitungs- und Briefzustellfirmen, an denen sie indirekt beteiligt sei, den von der Großen Koalition aus SPD und CDU/CSU vereinbarten Mindestlohn, da die Zusteller nicht nach Zeit, sondern nach Anzahl zugestellter Sendungen entlohnt werden.[21]

2008 veröffentlichte die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages ein Gutachten über das Ausmaß der Beteiligung bestimmter Parteien an Medienunternehmen. Grundlage der Prüfung bildeten Rechenschaftsberichte verschiedener Parteien. Die Bestandsaufnahme ergab, dass die CDU, FDP und Die Linke ebenfalls Beteiligungen an Medienunternehmen besitzen.[22]

Die DDVG ist derzeit an folgenden Verlagshäusern beteiligt (mit Nennung der wichtigsten Beteiligungen und Medienprodukte):

Neue Medien[25][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „GLG Green Lifestyle GmbH“ mit 100%: ist mit 100% an der „Utopia GmbH“, mit rund 66,2%% an der „ÖKO-TEST Holding AG“ (100%-Gesellschafter der ÖKO-TEST Verlag GmbH (ÖKO-TEST Magazin)) sowie mit 100% an der „Avocado Store GmbH“ beteiligt
  • „2 Welten Investment GmbH“ mit 88,5%: ist mit 50,1% an der „Lokalportal GmbH“, mit 20,16% an der „Stuffle GmbH i.L.“, mit 12,77% an der „Locafox GmbH“ sowie mit 9,9% an der „Next media accelerator Beteiligungsges. mbH & Co. KG“ beteiligt
  • „K-u-K-Applikationen GmbH“ mit 52%
  • „TIVOLA Publishing GmbH“ mit rund 51%
  • „tredition GmbH“ mit 10%

Druckereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dräger + Wullenwever print + media Lübeck (70 %)
  • braunschweig-druck (70 %)
    • 100 %: Limbach Limbach Druck + Verlag, Braunschweig (nicht zu verwechseln mit dem „Braunschweiger Zeitungsverlag – Druckhaus Albert Limbach“, Braunschweig)
  • Hildesheimer Druck- und Verlagsgesellschaft (100 %, ohne eigenen Geschäftsbetrieb)
  • Wullenwever print + media Lübeck (100 %, ohne eigenen Geschäftsbetrieb)

Bereich Handel/Service[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hamburger Pressepapier Vertriebsgesellschaft (100 %)
  • IMAGE Ident Marketinggesellschaft (100 %)
  • vorwärts: buchhandlung + antiquariat (100 %)
  • Office Consult (100 %)

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]