Medienspiegel

Interview mit Michael Hartmann

„Die Medien sind Teil des Problems geworden“

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Interviews, Medien und Medienanalyse, Medienkonzentration Vermachtung der Medien

„Über drei Viertel der Herausgeber und Chefredakteure in den großen privaten Medien kommen aus den oberen vier Prozent der Bevölkerung“, sagt Michael Hartmann. Der Eliteforscher, der die These vertritt, dass die Eliten in Deutschland „abgehoben“ sind, also sich weit von der Lebenswirklichkeit der breiten Bevölkerung entfernt haben, verweist im NachDenkSeiten-Interview darauf, dass dieses Abgehoben-Sein genauso auf die journalistische Elite zutrifft. „Ihr Spitzenpersonal“, so der Soziologe weiter, „nimmt die gesellschaftliche Realität mindestens genauso verzerrt wahr, wie es bei der Politik-Elite der Fall ist“. Ein Interview über die Filterblase der Medien, die Spaltung in unserer Gesellschaft und die Möglichkeiten, wie sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ändern lassen. Ein Interview von Marcus Klöckner.

Hartmann, Michael. Die Abgehobenen. Wie die Eliten die Demokratie gefährden. Campus. 276 Seiten. 19,95 Euro.

Michael Hartmann: „Die Medien sind Teil des Problems geworden“

Kommentar GB:

Wer dieses lesenswerte Interview über einen ebenso lesenswerten Autor und sein neues Buch sorgfältig liest, wird auf die Frage stoßen, ob denn hier nicht einiges ausgelassen wird?

Doch, es wird durch die Selbstbeschränkung auf die sozioökonomische Dimension der Gesellschaft (Verteilungsfrage bezüglich der Vermögen, der Einkommen, der soziostrukturellen Familiengeschichte und der durch sie bedingten Startchancen) einiges ausgblendet, nämlich die m. E. gesamte soziokulturelle Dimension, die in der Gegenwart in hohem Maße relevant ist.

Die postmoderne Pseudolinke macht m. E. den zentralen Denkfehler, die soziokulturellen Probleme für irrelevant zu halten, oder sie auf sozioökonomische Probleme zu reduzieren; das gilt auch für Lafontaine & Wagenknecht.

Tatsächlich kommt der soziokulturellen Dimension in hohem Maße eine Eigenbedeutung zu, was von der postmodernen Pseudolinken überhaupt erst einmal erfaßt und verstanden werden müßte; ich nenne nur die Stichworte Migration, Islam und Gender-Feminismus; zum Thema Islamisierung siehe unten. Es fehlt bei ihr im übrigen auch an einer angemessenen kritischen Selbstreflexion, die praktisch ganz ausfällt. Daher sind wünschenswerte Änderungen eher nicht zu erwarten.

Die postmodernen Pseudolinke macht Minoritätenpolitik gegen die jeweiligen Mehrheiten, und in dem Maße, in dem das den Mehrheiten nach und nach zu Bewußtsein kommt, ändert sich die Wählerunterstützung zu ihren Ungunsten. Gender-Feminismus, illegale, mehrheitlich islamische Immigration, Islamisierungspolitik und neoliberale Wirtschaftspolitik sind Beispiele für solche Minderheitenpolitiken.

Soweit den Wählern der genannte Sachverhalt mehr oder minder deutlich bewußt wird, auch durch eine entsprechende Aufklärung, werden sie rationalerweise die Unterstützung aller Parteien beenden, die eine Politik gegen die Mehrheitsinteressen, d. h. ihre Interressen machen. Falls sie eine Partei finden, der sie diesbezüglich vertrauen,  werden sie dazu neigen, diese zu wählen und zu unterstützen. Aus der Sicht der politschen Klasse ist das natürlich unerhört!

Der große Lümmel, das Volk, der demos, er spurt nicht mehr, er gehört also an den Pranger! Er muß erzogen werden von den selbsternannten Erziehern.

Karl Marx schrieb 1845 in seinen Thesen über Feuerbach dazu:

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Die materialistische Lehre von der Veränderung der Umstände und der Erziehung vergißt, daß die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie muß daher die Gesellschaft in zwei Teile – von denen der eine über ihr erhaben ist – sondieren.

Das Zusammenfallen des Ändern[s] der Umstände und der menschlichen Tätigkeit oder Selbstveränderung kann nur als revolutionäre Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.

http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_005.htm

Zur Islamisierung:

Die von der SPD geplante Islamisierung Deutschlands