Medienspiegel

#MeToo als sexueller McCarthyismus

05.10.2018

Von Brendan O’Neill

Ian Buruma musste die Redaktion des New York Review of Books verlassen, weil er #MeToo zu differenziert gegenübersteht. Das lässt diese immer extremere Bewegung nicht mehr zu.

https://www.novo-argumente.com/artikel/metoo_als_sexueller_mccarthyismus

Kommentar GB:

Der folgende Abschnitt bringt die Sache auf den Punkt:

„Jetzt ist es amtlich: #MeToo ist in die Phase des McCarthyismus eingetreten. Die Entfernung von Ian Buruma vom Posten des Chefredakteurs der renommierten US-Kulturzeitschrift New York Review of Books (NYRB) bestätigt einmal mehr, dass es bei dieser Hashtag-Bewegung mehr um Rache und Zensur als um Gerechtigkeit geht. Denn Burumas Verbrechen bestand nicht darin, eine Frau ohne ihre Zustimmung angefasst oder seine weiblichen Mitarbeiter verbal belästigt zu haben. Er hat lediglich den Aufsatz eines Mannes (des kanadischen Rundfunksprechers Jian Ghomeshi) veröffentlicht, der wegen sexueller Nötigung angeklagt und dann vor Gericht freigesprochen wurde. Wenn ein angesehener Redakteur wegen der Veröffentlichung der Worte eines freigesprochenen Mannes aus der gehobenen Gesellschaft ausgeschlossen werden kann, dann wird klar, dass wir in dunklen, hässlichen Zeiten leben. #MeToo ist die Hebamme der mittelalterlich anmutenden Überwachung abweichender Meinungsäußerungen.“ (…)

Der Irrationalismus greift immer mehr um sich, und der Rationalismus wird zurückgedrängt. Dieser Prozeß muß unbedingt gestoppt werden, weil er destruktiv auf den vernünftigen Kern unserer Lebensweise abzielt.

Nicht nur Randbereiche, sondern der Kern der Moderne, die Wissenschaften, wird  mitttlerweile massiv angegreiffen. Die Sozial- und besonders die Kulturwissenschaften sind bereits seit längerem mehr oder weniger kontaminiert, und jetzt hat auch bei den Naturwissenschaften dieser destruktive Prozeß eingesetzt;

siehe die Vorgänge beim Cern in Genf.

Das Vordringen des Irrationalismus geschieht sowohl in (pseudo-)religiöser Form, als Islamisierung, als auch in scheinbar ganz anderer, tatsächlich aber strukturell verwandter, ideologischer Form, hier als gender-feministische Hetzkampagne. Die Prinzipien rechtsstaalicher Verfahren reflektieren die Vernunft, und der gender-feministische Angriff auf sie die blanke Unvernunft. Am historischen Horizont dämmert zunehmend die Möglichkeit  voraufklärerischer Zustände und Verhältnisse auf; kurz  gesagt: die Barbarei.