Medienspiegel

Netanyahu steckt in der saudischen Bredouille

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Der Fall Khashoggi bringt den israelischen Regierungschef in eine unbequeme Lage. Der gemeinsame Feind Iran hatte Jerusalem und Riad zu Partnern gemacht. Nun wirkt die Nähe peinlich.
Ulrich Schmid, Jerusalem 24.10.2018

https://www.nzz.ch/international/fall-khashoggi-bringt-netanyahu-in-eine-unbequeme-lage-ld.1430528

Kommentar GB:

Der reale Lage erzwingt taktische Bündnisse, nicht nur für Israel, sondern ebenso für andere Staaten, z.. B. für Rußland. Das ist Realpolitik und völlig normal; nur sollte von Beobachtern der Charakter solch taktischer und temporärer Zweckbündnisse nicht verkannt werden. Israel sieht seine derzeitige Hauptbedrohung im Iran, und zwar wegen dessen enge Verbindungen zur Hisbollah im Libanon und zur Hamas im Gaza-Streifen. Daher wird der sunnitische Feind des schiitischen Feindes zum zeitweiligen Verbündeten, obwohl Israel den sunnitischen Islam mindestens genauso zu fürchten hat wie dessen schiitische Variante.

Das Herz der islamischen Finsternis hat eben diese beiden Herzkammern:

den schiitischen Iran und das sunnitische Saudi-Arabien.

Aber Israel muß mit diesen beiden politisch umgehen.