Medienspiegel

Thilo Sarrazin: Feindliche Übernahme

Buchbesprechung

Michael Mansion

Er schon wieder?

Die Frage mag berechtigt sein, aber man müsste gute Gründe haben, an diesem über 400 Seiten starken Buch mit dem Hinweis vorbei zu kommen, es handele sich um längst Gesagtes und der Autor nutze sein Negativ-Image, um Geschäfte zu machen.

Das wird er kaum nötig haben und schon in der Einleitung wird klar, dass es hier auch nicht um Polemik, sondern um das geht, was er eine freie Sicht auf die Problemlage nennt, die er gefangen sieht in einer Verweigerungshaltung, einer Verharmlosung und einer medialen Beschwichtigungsstrategie. Es entstehe der Eindruck, die Diskursvermeidung sei der Befürchtung geschuldet, dass die politische Klasse auf die sich daraus ergebenden Erkenntnisse keine Antwort wisse. Dabei ziehe sie sich auf den Standpunkt zurück, der viel zitierte Islamismus, sei gewissermaßen ein Produkt, welches neben dem andern, dem mehrheitlichen, dem friedlichen Islam steht, mit ihm aber eigentlich nichts zu tun habe.

Linke und Liberale seien offenbar fasziniert, von einem muslimischen Gegenmodell zur leistungsorientierten Marktwirtschaft, weil deren Verhalten wohl sonst kaum zu erklären sei.

Als Anstoß für sein Buch sieht der Autor eine sichtbar wachsende Radikalität in der europäischen muslimischen Community, wobei er ein umfangreiches Faktenmaterial zusammenträgt und auch Stimmen zu Wort kommen lässt, die seine Ansicht nicht teilen (großer Registeranhang).

Ein relativ ausgiebiger Beitrag ist gleich zu Anfang dem Koran gewidmet, in dem er unzweifelhaft die Ausgangsbasis für den muslimischen Verhaltenskodex sieht, der in diesem Falle in so weit eine Totalität darstellt, wie er nicht nur das religiöse Leben, sondern den gesamten Alltag bestimmt, regelt, reglementiert und dabei zugleich von einem Auserwähltsein getragen wird, das ihn über alle anderen Religionen stellt.

Der Autor zitiert einige Koran-Suren aus denen hervorgeht, dass der Islam die Ungläubigen und vor allem die Nichtgläubigen missachtet und die oft zitierte Barmherzigkeit gilt offensichtlich nur für Gläubige.

Eine ganze Reihe von Aufrufen zur Gewalt finden sich in der Vorschrift, Krieg gegen die Ungläubigen ebenso zu führen, wie einen unausgesetzten Kampf gegen alles Nichtmuslimische, wofür paradiesischer Dank versprochen wird.

Ganz selbstverständlich ist auch die Ablehnung der weiblichen Autonomie fest geschrieben und Kinder gehen bei der Trennung von Verbindungen in den Besitz des Mannes über.

Es offenbart sich eine Art von modellhaftem Lebensentwurf im Koran, dem sich zusätzliche Glaubensregeln hinzu gesellen (Hadithe und Sunna), die sich in einem klaren Widerstreit zu jedweder Neuerung und Moderne positionieren, die als ein Gang in die Irre und direkt ins Höllenfeuer gesehen werden.

Hier wird schon früh deutlich, dass der Autor ein dieses Buch auszeichnendes Anliegen hat, weil er beweisen will, dass nicht geographische Herkunft oder Ethnie, sondern der Islam der wesentliche Verhinderer von gesellschaftlichem Fortschritt ist. Dies ist zugleich eine Position, die sich ganz deutlich jeglicher rassistischer Zuweisung entzieht!

Das Buch ist in einzelne Abschnitte gegliedert, welche die Themenauswahl strukturieren und T. S. zitiert Mathias Rohe, wenn dieser den Islam nicht grundsätzlich demokratiefeindlich definieren will, verweist aber auf eine vornehmlich konservative und traditionelle Rezeption (Seite 51) . Vom ebenfalls zitierten Bernard Lewis stammt die Feststellung, dass es noch keinen liberalen oder modernen Zugang zum Koran gibt und alle Muslime seien – so gesehen – Fundamantalisten. Der Gründer der Muslim-Bruderschaft Hassan al Banna, äußert in einer zentralen Aussage, dass der Islam alle inner- und außerweltlichen Angelegenheiten regele, wobei die Zahl der islamischen Theoretiker groß ist und der Autor ist um ein Pro und Contra sehr wohl bemüht, denn es geht ihm um die Frage, wie der Islam mit der modernen Welt zu verbinden wäre.

Hier setzt der Koran-Text aber deutliche Grenzen, wie etwa die, dass weltweite Herrschaft ihre Legitimation nur in Gott finden kann.

Der Autor sieht die reale Gefahr, dass der politische Islam, in seinem Bestreben, Gesellschaften in seinem Sinne gewissermaßen gleitend umzugestalten, Mehrheiten zu schaffen bestrebt ist, die sich aus der Zuwanderung und dem Geburtenüberschuss ergeben.

Der französische Schriftsteller und liberale Moslem Tahar Ben Jelloun unterstellt dabei, dass Muslime im Allgemeinen ein System der Laizität nicht zu akzeptieren bereit sind und T. S. weist (Seite 61) auf die Theorien zu einem Euro-Islam von Prof. Bassam Tibi hin, der sich selbst als gescheitert sieht und dessen Anliegen auch aus Sicht seines wissenschaftlichen Kollegen Tilman Nagel deshalb nicht praktikabel ist, weil dem die Omnipotenz des Koran entgegen steht.

Wer – so der Autor – den Islam beim Wort nimmt, der erkennt in ihm nicht die Religion des Friedens und schon garnicht eine Möglichkeit der Hinwendung auch zu wissenschaftlichem Fortschritt, denn er ist statisch angelegt.

So gesehen sei der gelebte Islam zwar unterschiedlich, jedoch gelte das gleiche Grundmuster.

Keineswegs polarisierend sondern sehr informativ (Seite 71) werden eine ganze Reihe von den Islam kennzeichnenden Fakten angeführt, die kaum zu widerlegen sein dürften.

Es folgt ein aufwändiger geschichtlicher Abriss über die Entstehung der muslimischen Welt durch Eroberungsfeldzüge, vornehmlich, außer Persien, christliche Länder betreffend, mit dem Wesensmerkmal einer ausgedehnten Sklavenwirtschaft, die weit umfangreicher war als die des römischen Reiches.

Ein Hinweis hier auch auf die Zeit einer kulturellen Blüte des Islam in der Zeit von 750 – 1150, bis hin zu nachfolgender Erstarrung.

Der Islam stellt das Sein über das Tun und in der Unterwerfung (unter den Willen Gottes) sieht er ein (sein) Selbstverständnis.

Der Autor verweist in seiner historischen Replik auf eine notwendige Eingrenzung, hinsichtlich der Fragestellung des Buches, etwa nach der Gefährlichkeit des Islam im Sinne einer Ableitung aus seiner wechselvollen Geschichte, die eine Modernisierung nur sehr eingeschränkt hat möglich werden lassen.

Expansiv sei er allemal, vor allem vor dem Hintergrund der Geburtenrate, wenn man davon ausgeht, dass in 1950 in der islamischen Welt 20% weniger Menschen als in Europa lebten. Heute sind es 80% mehr. Aktuell verdoppelt sich die islamische Welt in jeder Generation.

Für sich betrachtet sei das (noch) keine Katastrophe, aber zu beachten sei der hohe sog. Kriegsindex (Gunnar Heinsohn), der enorme Überschuss an jungen Männern die nicht gebraucht werden. Das stetige Bevölkerungswachstum sei ein hoher Stressfaktor und nur drei islamisch dominierte Länder (Türkei, Malaysia und der Libanon) befinden sich hinsichtlich des Bruttoinlandproduktes auf Weltniveau. Der Rest ist arm bis sehr arm, wobei sich dieser Kulturraum zunehmend mit religiösem Fanatismus füllt, der innovations -und demokratiefeindlich wirkt.

Hinsichtlich des Konfliktes in Syrien und im Irak bestreitet der Autor einen wesentlichen Zusammenhang mit der von England verantworteten Aufteilung des Nahen Ostens und begründet das auch schlüssig (Seite 102).

Die zu niedrige Wirtschaftsleistung wird in den islamischen Ländern meist als Mangel an Frömmigkeit kommuniziert und der Autor befürchtet weitere Fluchtbewegungen vor dem Hintergrund weiter steigender Geburtenzahlen, während Erdogan seinen Landsleuten die 5-Kind-Familie ans Herz legt, um damit den ungläubigen Westen zu überholen. Ist das Polemik?

Eher nicht, denn der Autor bedient klare Fakten.

Thilo Sarrazin räumt der Entwicklung in der Türkei einen großen Raum ein und sieht hier ein großes Experiment in wie weit ein konservativer Islam und die Moderne zusammengehen können.

Wer einen dem Umfang nach begrenzten, in der Sache jedoch interessanten Einblick in die Entwicklung des Orients so wie in Teile von Mittel- und Südasien, vor dem Hintergrund der zentralen Problematik haben will, ist mit diesem Buch gut beraten, denn der Autor ist bemüht, Zusammenhänge verständlich zu machen, die sich nicht ad hoc erschließen.

Er fragt sich im Abschnitt Religion und Kultur, wie es geschehen kann, dass die islamische Welt den Aufwuchs ihres Rückstandes offensichtlich ohne Weiteres geschehen lässt und vertritt die These, dass dies der Logik der Religion des Islam geschuldet ist.

Das wird die Kritiker auf den Plan rufen, die hinter der Religionskritik den Rassismus wittern, aber genau das ist es eben nicht, sondern das Verhängnis einer vormodernen Ideologie im religiösen Gewandt.

Der Autor erkennt dabei das Verhängnis aller großen Religionen, die, wenn sie könnten, ihre Hierarchie vollkommen über jede andere setzen würden, dies jedoch (bis auf den Islam) nicht mehr versuchen (können), wobei dieser sich immer als die Religion der Sieger geriert, die dabei zugleich nicht imstande sind, ihr geistiges Gefängnis (Jacob Burckhardt /Seite 135 f./ zu sprengen, welches in einem erbärmlichen Geschichtsverständnis gefangen ist, dem alles außer dem Islam gleichgültig ist.

Ein sich fortsetzender und vergrößernder Modernisierungsabstand, Arroganz und die Verachtung der Künste, die angeblich von einer Konzentration auf Allah ablenken, führen zu einer enormen Verarmung und jede Sehnsucht nach Schönheit mündet in stumpfe Regression, die nicht einmal eine vernünftige Gesellschaftlichkeit der Geschlechter zustande bringt und dabei zusätzliche Verödung offenbart. (Seite 145).

Der Rassismus-Vorwurf greift auch nicht bei T. Sarrazins statistischen Einführungen und Erläuterungen, von denen es eine ganze Reihe gibt, weil sie internationale Standards abbilden.

Ob deshalb PISA- und andere Tests immer verlässliche Indikatoren sind, sei dahin gestellt, aber es ist ein wesentliches Anliegen des Autors, den Beitrag des Islam als einem Bildungshemmnis heraus zu arbeiten.

Dass dabei die im Koran erwähnte und gebilligte Verwandtenheirat zur Sprache kommt, ist sicher nicht auch nur ein Problem der Community selbst, weil die unvermeidlichen Folgen auch im Gastland zu Buche schlagen.

In der Zunahme der Kopftuchträgerinnen sieht der Autor weniger ein Zeichen von besonderer Religiösität, sondern eher die „Freiwilligkeit“ zur Übernahme des traditionellen islamischen Rollenverständnisses und damit den Verzicht auf Gleichberechtigung, verbunden mit dem damit vermiedenen Dissens der sie umgebenden Herkunfts- und Herrschaftskultur (Seite 170 unten).

Auf die Türkei bezogen sieht der Autor die Rückwärtsentwicklung sehr anschaulich als Folge von Erdogans Islamisierung.

Umgekehrt scheinen viele Muslime die Schwäche des Westens in seinen fallenden Geburtenraten zu sehen mit dem Ziel, das demographische Gewicht zu ihren Gunsten zu unterlaufen.

So steht der Mainstream-Islam in einem krassen Gegensatz zu dem Bemühungen zahlreicher im Westen lebenden Islam-Wissenschaftler, eine moderne Interpretation des Islam zuzulassen. Hierfür stehen etwa Muharnrad Korchide oder Abdel Hakim Ourghi.

Durchaus beunruhigend wertet der Autor eine Statistik, wonach bei Umfragen in der Türkei, 23% der Befragten Selbstmordattentate (unter bestimmten Umständen) befürworten und 70% von ihnen meinen, ein gottloser Mensch könne kein guter Mensch sein, während 49% die Evolutionstheorie für falsch halten, die ja an den Schulen auch nicht mehr gelehrt wird.

Dass 88% von ihnen vorehelichen Geschlechtsverkehr ablehnen, wirkt nachgerade grotesk. In anderen muslimischen Ländern sieht es noch düsterer aus.

Die Kairoer Erklärung, von den Muslimen gern als Garant für den Einhalt der Menschenrecht benannt, stellt in Art. 24 fest, dass alle Rechte und Freiheiten der Sharia nachgeordnet sind. Das Deutungsmonopol des Islam gegenüber anderen Religionen ist omnipotent.

So wird auch die Christenverfolgung in den islamischen Ländern mit dem Koran begründet.

In der Unfähigkeit, Stabilität und Wohlstand zu schaffen, sieht der Autor primär das Problem der muslimischen Migration zu den Ungläubigen.

Für Europa bestünde dabei das Problem darin, dass es hierzu keine Analogie gibt.

Die ganze Hilflosigkeit, die in ihrem Umfang nicht so neu ist, lässt T.S. von Hannah Arendt begründen, wenn sie in der Zeit des Faschismus meinte: „Die größte Gefahr der Moderne geht nicht von der Anziehungskraft nationalistischer und rassistischer Ideologien aus, sondern dem Verlust der Wirklichkeit. Wenn der Widerstand durch Wirklichkeit fehlt, dann ist prinzipiell alles möglich“.

In der Tat scheint es so etwas wie einen Verlust von Wirklichkeit in der Debatte zu geben und es ist auch nicht abwegig, dass in absehbarer Zeit bisherige demographische Mehrheiten zu Minderheiten werden können, wenn etwa heute schon ein Viertel der Einwohner Brüssels Muslime sind.

Da ist sie dann wieder, die Statistik-Leidenschaft des Autors, aber worauf sonst sollte er sich berufen?

Der Verweis (Seite 273) auf die Schul- und Bildungssituation in Berlin Neukölln ist hinsichtlich des Zahlenmaterials abgesichert und der Autor befürchtet, dass sich die integrativen Bildungschancen in den Ballungsräumen eher verschlechtern werden (siehe der Anteil der deutschen Kinder).

Das statistische schlechte Abschneiden der muslimischen Kinder im internationalen Ranking wird für T.S. zur Falle, weil man ihm sagen wird, dass nicht sein kann was nicht sein darf.

Von den Kosten darf auch nicht all zu laut gesprochen werden, aber Vergleichszahlen aus Schweden sind nützlich, wo 58% aller Sozialleistungen an Migranten gehen.

Nein, die Sprache ist selbstverständlich auch nicht das alleinige große Hindernis, wie wir aus Frankreich wissen, aber wir werden für die Mehrzahl der Migranten keine Arbeit haben, was sie dauerhaft (mit absehbaren Folgen) marginalisieren und die Sozialsysteme überfordern wird.

Verdächtig machen sich bekanntlich immer auch Hinweise auf eine besonders hohe Straftatsbeteiligung (Seite 299), aber auch hier können Statistiken hilfreich sein, allerdings nur dann, wenn sie nicht (wie in Schweden) nicht öffentlich werden dürfen und zu dem Ergebnis gelangen, dass der Anteil derjenigen besonders hoch ist, die aus gewaltlegitimierenden Kulturen kommen.

Tribal vernetzte Clan-Strukturen kastrieren den Rechtssaat (T.S.), während Polizei und Justiz längst aufgegeben haben. Die Clans sind Teil einer Flüchtlingsindustrie und beteiligt an der Vermietung überteuerter Wohnungen, der Organisation des Drogenhandels und der Rekrutierung von „Kurieren“ aus dem Bereich der sog. Flüchtlinge.

Thilo Sarrazin lässt den schwedischen Polizeichef Dan Tore Eliasson zu Wort kommen, wenn er zugibt, dass die Polizei die Einhaltung der Gesetze nicht mehr sicherstellen könne und das schwedische Modell der Integration gescheitert sei.

Keine Zuwanderergruppe – so der Autor – hatte sich zuvor jemals mit einem solchen Forderungskatalog hervorgetan. Sie begreifen sich als privilegiert, wobei fundamentalistische Einstellungen vor allem unter den Sunniten häufig sind.

Zudem zeigen die Muslime in Europa eine ausgeprägte Gruppenfeindlichkeit.

Der Autor beruft sich auf zahlreiche Umfrageergebnisse in Deutschland, in Frankreich, in England und in den Niederlanden zumindest dort, wo die Fragestellungen klar waren und die Antworten (der Muslime) eindeutig. Dabei sieht der deutsche Islamwissenschaftler libanesischer Herkunft Ralph Ghadban die konservativen Kräfte des Islam in einer dominierenden Rolle, die nach einer Phase der Abschottung in zweiter Stufe mehrheitliche gesellschaftliche Fakten zu schaffen gedenken.

Man sieht daran auch, dass der Schlachtruf (meist von Links/Grün), man müsse für die Integration nur mehr Geld in die Hand nehmen, völlig daneben ist, wiewohl denn gerade dieser Hinweis des Autors, Anlass für die üblichen Verdächtigungen sein kann (Seite 333).

Während sich in Parallelgesellschaften ein paralleles Recht (Sharia) etabliert, feiert der postmoderne Liberalismus dies als Minderheitenschutz, heißt es an anderer Stelle.

Die in Deutschland tätigen Islam-Verbände, stehen nämlich samt und sonders für einen konservativen Islam, der sich seiner Kritiker mit Hilfe der Bundesregierung entledigt. Ihre mit Steuermillionen finanzierte „Arbeit“, liefert die Grundlage zur Konstituierung von Paralell-Gesellschaften, während judenfeindliche Übergriffe groteskerweise der autochtonen Bevölkerung (mehrheitlich) angelastet werden (Stichwort: Rechtsradikalismus).

Thilo Sarrazin ist ein alter und gestandener Antikommunist, aber der Autor dieser Zeilen (der dies ganz und garnicht ist) gönnt ihm diesen Triumph, angesichts des vollständigen Scheiterns der Konstituierung eines politisch linken Handlungsrahmens mit klarem Zuschnitt etwa durch die Partei Die Linke, während sich die Genossen lieber zur 5. Kolonne des Islam machen.

Die zweifelhafte, gesinnungsethisch daher kommende Loyalität mit den Einwanderern, verweigert die Frage nach der Loyalität von Menschen, die diese entweder dem Staat oder Allah bekunden können. Beides geht nämlich nicht!

(Seiten 353 / 329 / 362 / 363)

In den unterschiedlichen Sachzusammenhängen gibt es Wiederholungen, aber sie sind kein Nachteil. Man wird es dem Autor nicht zum Vorwurf machen können, dass das Thema ihn umtreibt. Das geht wohl einigen Leuten so, aber dieses Buch war eine Fleißarbeit und verdient großen Respekt.

Es treibt ihn um, dass man auch im eigenen Land relativ leicht zu einer Minderheit werden kann (Seiten 367 u. 368), zunächst hinsichtlich der vertretenen und ungeliebten Meinung, und nachfolgend auch körperlich. Es kommt wohl nicht nur ihm seltsam vor, dass die Auseinandersetzung mit dem politischen Islam in Europa von einer Ehrfurcht gebremst wird, die man Religionen entgegen bringt.

So zeigt auch der Sachverständigenrat für Integration eine für das Islamverständnis in Deutschland fehlerhafte Normsetzung, die in Hilflosigkeit mündet und von den muslimischen Dachverbänden allenfalls belächelt wird.

Der Rat versucht sich an den Kriterien vorbei zu mogeln, da er den Widerspruch zwischen Glaubensinhalt und Glaubenswirklichkeit kennt, jedoch nicht zuzugeben bereit ist.

Ob ein gewaltbereites linkes Sympathiefeld (T.S.) zunächst einmal links genannt werden kann, öffnet wohl ein Fass mit vielen Fragen, aber der Autor hat recht, wenn er dieser Gruppe Gewaltbereitschaft in seltsamer Kumpanei mit dem politischen Islam unterstellt.

Es muss verbittern, wenn die vom Autor benannten (Seite 379) seriösen Kritiker von der politischen Klasse marginalisiert und abgedrängt werden, während „emotional gefärbte Dichotomien“ die Kategorien besetzen.

Die Hoffnung auf ein vernünftiges Miteinander mit dem Islam ist bei T. S. gering und er weiß es zu begründen. Ganz sicher hätte er auch noch eine ganze Reihe von weiteren Kritikern benennen können, was einen wissenschaftlichen Anspruch begründet hätte. Das war wohl eher nicht das Ziel dieses Buches, denn der Autor ist weder Islam-Wissenschaftler noch Soziologe, sondern Volkswirtschaftler und zugleich ein äußerst wacher Zeitgenosse, der nicht davor zurückschreckt, Unbequemes zu sagen, womit er sich zur Zielscheibe einer gegen ihn gerichteten Hass-Kampagne (hier ist der Begriff gerechtfertigt) gemacht hat. In Zeiten wie diesen ist das mutig zu nennen und die SPD ist gut beraten, sich nicht vor den Karren von Links/Grün spannen zu lassen, die es gerne sähen, wenn man ihn aus der SPD (unehrenhaft) entließe.

Die Bundesregierung macht derweil die gleichen Fehler wie zuvor und zeigt sich unbelehrbar. Die Abschiebungen funktionieren nicht. Ein anderes Konzept ist nicht in Sicht und die Kosten explodieren. Der Autor plädiert nicht nur für einen wirksamen Schutz der Außengrenzen, sondern für funktionierende Rückführungen für aus Seenot gerettete Personen. Zugleich beschwört er die Notwendigkeit einer ernst gemeinten Außen-und Entwicklungspolitik.

Noch gibt es keine Hinweise auf die Wirkung von islamischem Religionsunterricht an deutschen Schulen, aber ausreichend Bestätigung dafür, dass der Islam im Koran alles andere als tolerant ist, was der in Tallin lehrende Arabist Prof. Otto Jastrow auch für ein westliches Wunschbild hält, an das seine Anhänger selbst nicht mehr glauben, zeige sich dies doch z.B. ständig in der vorauseilenden Unterwürfigkeit, mit der man in Europa christliche Positionen räumt.

Ein grundsätzlich erfolgreiches Miteinander wäre nur möglich, meint der Autor, wenn der Islam seinen Führungsanspruch aufgibt und sein Verhältnis zu Staat und Recht überdenkt und neu definiert.

Eine Entmystifizierung der Integrationspolitik, auch mit der Einsicht in ihr Scheitern sei erforderlich und ein Ersetzen des Religionsunterrichtes durch eine Staatsbürgerkunde, die diesen Namen auch verdient, indem sie die leitenden Prinzipien der politischen Kultur dieses Landes vermittelt, so lange sie noch zu erkennen sind.

Die Herausforderung des Islam – so der Autor – muss angenommen werden und es muss über den Islam und die Muslime offen und vollständig berichtet werden. Dies ist für eine offene Gesellschaft unverzichtbar.

Nein, kein alter Wein in neuen Schläuchen, sondern umfassend gedacht und als ein anspruchsvoller Lesestoff sehr empfehlenswert für alle, die sich nicht knurrend oder gleichgültig zurückgezogen haben. Diejenigen, die es besser wissen, werden das Buch nicht lesen und wir denken an Goethe wenn er sagt:

„Die hohe Kraft der Wissenschaft-

der ganzen Welt verborgen-

und wer nicht denkt-

der bekommt sie geschenkt-

der hat sie ohne Sorgen“

 

Kommentar GB:

Diese ausführliche Buchbesprechung ist eine dringende Empfehlung, von einer oberflächlichen und unbegründeten Meinung sowie von ebenso kenntnislosen wie bösartigen Klischees und Kampfbegriffen zur Sache selbst vorzustoßen, um zunächst das sich praktisch stellende Problem zu begreifen, und um dann entsprechend handeln zu können.

Es ist dies eben nicht, das sei insbesondere der postmodernen Pseudolinken sehr nachdrücklich gesagt, primär ein sozioökonomisches, sondern ein soziokulturelles Problem, und als solches ist es nicht weniger als ein existenzielles Problem. In der Ökonomie geht es lediglich um  – relativ gemütliche – Versorgungs- und Verteilungsfragen,

hier aber geht es um Sein oder Nichtsein. Das ist keine Dramatisierung. Hier und jetzt zeigt bereits die staatlich aufgegebene innere Sicherheit, daß es so ist, mittelfristig zeigen sich bereits im Bildungssystem erste Resultate wirksamer Verdrängungsprozesse, und langfristig wird sich unweigerlich der Geburten-Djihad durchsetzen –

wenn nicht gegengesteuert wird, und zwar: jetzt.

Wer weiterlesen möchte, der sei zur Auswahl auf die folgende Literaturliste hingewiesen:

Renaissance der Aufklärung

Islam-Apologien bleiben erwartungsgemäß nicht aus; siehe:

https://www.achgut.com/artikel/wie_der_deutsche_medienbetrieb_sich_bei_sarrazin_blossstellt