Medienspiegel

Zum Ende der „Ära Merkel“

Hartmut Krauss

Die nun zu Ende gehende „Ära Merkel“ markiert in Deutschland die beschleunigte Übergangsphase der europäisch-kapitalistischen Länder von  neoliberal-nationalstaatlich dominierten Standortregimen zu mischkulturell-postmigrantischen und supranational (UN, EU) regulierten Filialen globalkapitalistischer Herrschafts- und Verwertungsverhältnisse.

Politische Ausdrucksformen dieses Prozesses sind

a) die weitgehende Marginalisierung der sozialreformistischen Parteien, die sich als Steigbügelhalter der neoliberal-weltmarktorientierten Umstrukturierung verschlissen haben und

b) die „rechtspopulistische Rebellion“ der entmachteten nationalkonservativen und ethnopluralistischen Kräfte gegen die dominierende kosmopolitisch-weltmarktorientierte Fraktion der Euro-Bourgeoisie.

Überwölbt wird diese Transformation durch die Postmodernisierung der ideologischen Verhältnisse in Gestalt der herrschaftsfunktionalen Ver- und Einarbeitung des Multikulturalismus und Kulturrelativismus sowie der weltmarkgerechten Stilisierung von grenzenloser „Offenheit“, „Diversität“ und nihilistischer „Toleranz“ als Code-Wörter der systemkonformen Zurichtung der Öffentlichkeit.

Die Grünen, die in den alten Bundesländern das urbane systemkonforme Milieu repräsentieren, sind in Deutschland der homogenste parteipolitische Ausdruck dieses Transformationsprozesses. In Frankreich spielen Macron (der die Forderung nach einem Waffenembargo gegen Saudi-Arabien als „Demagogie“ bezeichnete) und seine Gang diese Rolle.

Die sozialstrukturell und soziokulturell mittlerweile extrem fragmentierte und in unterschiedliche Milieus gespaltene „Klasse der Lohnabhängigen“, auf deren breiten Rücken der „bunte“ Umbauprozess ausgetragen wird,  ist dagegen politisch heimatlos geworden; wobei manche Angehörige dieser ehemals stolzen „Arbeiterklasse“ bei der AfD als der neuen Partei des kleineren Übels ein Notasyl beziehen.

Um das zunehmend aus Migranten zusammengesetzte „Sozialtransferproletariat“ balgen sich dann die diversen restlinken Organisationen, die mit der klassischen Linken kaum noch etwas zu tun haben.

Die Nachrufe der „Systemmedien, die bislang Merkel die Stange hielten, bleiben „naturgemäß“ an der Oberfläche hängen:

https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/201810/30/283624.html

http://www.taz.de/!5546277/

https://www.sueddeutsche.de/politik/merkel-rueckzug-reaktionen-1.4190885

etc.

Nachfolgend ein Diskussionsbeitrag hierzu, von J. O. :

„Dazu Friedrich Merz als gehandelter Nachfolger. Passt. Man halte sich das mal vor Augen 🙁 🙁 🙁 : Aufsichtsrat u.A. !!! bei AXA, Deutscher Börse, IVG Immobilien, BASF Antwerpen, Stadler Rail und im Beirat der Commerzbank. Vorsitzender des einflussreichen Netzwerks Atlantikbrücke, Mitglied der Trilateralen Kommission, die als Denkfabrik maßgeblichen Einfluss auf die Politik der Europäischen Union hat, und zudem Aufsichtsratvorsitzender von BlackRock Deutschland. Die Fondgesellschaft BlackRock wiederum ist der größte Vermögensverwalter der Welt und aktuell an 28 von 30 DAX-Konzernen beteiligt, vielfach als Hauptaktionär. Das Handelsblatt berichtet: „Vor allem große Fonds wie Blackrock und Vanguard nutzten das Cum-Cum-Modell“, waren also mutmaßlich aktiv beteiligt am größten Steuerraub der europäischen Geschichte. (Kontext-Wochenzeitung)“

Hier berichtet die NZZ über die Merz-Kandidatur:

https://www.nzz.ch/international/friedrich-merz-zu-seiner-kandidatur-die-cdu-braucht-klarheit-ueber-den-markenkern-ld.1432705