Leben Kinder homosexueller Partner schlechter?

Der Streit der Ministerinnen

Forschungsministerin gegen Familienministerin: Es geht um die Frage, ob Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren Nachteile haben. Die eine beklagt fehlende Studien. Die andere hält die Sorge für längst ausgeräumt. Wer liegt richtig? Ein Faktencheck.

http://www.faz.net/aktuell/wissen/geht-es-kindern-homosexueller-partner-schlechter-15904109.html

Kommentar Birgit Kelle:

Newsletter von Frau2000plus vom 01.09.2018

Meine Damen, meine Herren,

aktuell ist es mal nicht die Familienministerin, sondern die Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU), die mit einer Aussage zu Kindern in homosexuellen Lebensgemeinschaften für Aufsehen sorgt und einen Sturm der Entrüstung bei allen auslöst, die sich für sexuell vielfältige Lebensbündnisse einsetzen. Die Ministerin erlaubte sich anzumerken, dass es nach ihrer Ansicht Langzeitstudien brauche über die Frage, wie sich Kinder, die in homosexuellen Lebensgemeinschaften groß werden, entwickeln. Die Empörung, die ihr gerade entgegen schlägt, ist so durchschaubar wie erwartbar. Überall ist medial zu lesen, es gäbe doch weltweit über 79 Studien, die sich damit befasst hätten und – oh Wunder – allesamt zu dem Ergebnis kommen, dass es diesen Kindern ganz phantastisch geht und ihnen nichts fehlt. Was all diese Berichte nicht ausführen, ist die Tatsache, dass die Frage, welche Auswirkungen es auf ein Kind hat, dass man ihm absichtlich einen Vater oder eine Mutter vorenthält, nicht zu messen ist an kleinen Kindern, sondern eine Frage wäre, die sich erst im weiteren Lebensverlauf klärt. Da es sich bei Kindern in homosexuellen Lebensgemeinschaften um ein zeitlich absolut neues Phänomen handelt, auch weltweit, können allein schon deswegen keine belastbaren Langzeitstudien existieren. Über die Qualität dieser „Studien“ kann man zudem auch nicht viel sagen. Man möge mir verzeihen, dass ich ein natürliches Misstrauen hege gegen Erhebungen, die von LSBTI-Gruppen in Auftrag gegeben oder finanziert wurden. In Deutschland wurde übrigens 2010 auch so eine „Studie“ durch das Wissenschaftministerium in Auftrag gegeben. Die Methode bestand darin, dass Frauen in homosexuellen Lebensgemeinschaften selbst (!) bewerten sollten, wie es ihren Kindern wohl geht. Sie dürfen raten, welches Ergebnis heraus kam…. So viel zum Thema wissenschaftlicher Anspruch. Diese Studie wurde damals dennoch politisch allen Ernstes durchs ganze Land gereicht. Es ist doch genau das Problem, dass kritische, oder gar ergebnisoffene Forschungen in diesem Feld kaum durchführbar sind. Wenn allein die Forderung nach einer Langzeitstudie in Deutschland bereits derartige Proteste auslöst, ist es der beste Beweis, dass hier offenbar neutrale Studien nicht erwünscht sind. Sie könnten ja zu unerwünschten Ergebnissen führen. Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung der Bildungsministerin und auch ihre Begründung. Frau Karliczek sagte in dem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv explizit, „Es geht nicht um glücklich oder gut erzogen. Es geht um etwas grundsätzlich anderes. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die meisten Kinder in Familien, wo die Kinder gewünscht sind, auch gut aufgehoben sind und dass sie da auch gut erzogen werden.“ Die Einführung der Homoehe sei aber ein Fehler gewesen, man habe gesellschaftliche Strukturen „mal eben so im Federstrich“ verändert, ohne die Folgen – und dazu gehören eben auch die familiären Strukturen für Kinder – genau zu kennen. „Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden gar nicht richtig darüber.“, sagt die Ministerin. Und da hat sie nun mal Recht.
Herzlichst,
Ihre

Birgit Kelle
Vorsitzende Frau 2000plus e.V.

 

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