Medienspiegel

Deutsche Islamkonferenz und islamisches Kopftuch

Politisches Feuilleton

16.7.2003 • 7.20

Hans-Peter Raddatz
Das Kopftuch und die Schere im Kopf

Ohne Information über den Islam gerät der Staat in Bedrängnis

Nun ist indes das Kopftuch selbst nicht nur ein Bekenntnis, dessen Tragen obligatorische Pflicht der orthodoxen Muslimin ist. Darüber hinaus ist es auch ein Symbol für das islamische Geschlechterverhältnis, das sich in einer strikten Trennung des öffentlichen vom privaten Raum und in der Verhüllung der Frau ausdrückt. Die Religion des Islam ist auch eine politische Rechtsordnung, deren Bestand ganz besonders auf dieser – männlich bewachten – Trennung beruht. In einer solchen Ordnung ist also das Kopftuch ein Mindestmaß an Verhüllung, das die intakte Wächterfunktion des Mannes für die islamische Ordnung insgesamt signalisiert.

https://www.tagesspiegel.de/politik/kopftuch-an-schulen-vertrauen-schlaegt-verbote/23688304.html

Islamkonferenz „Muslime gehören zu Deutschland“

Überraschender Kurswechsel: Zum Auftakt der Islamkonferenz kündigt Horst Seehofer ein Förderprogramm für Integration an.

http://www.fr.de/politik/islamkonferenz-muslime-gehoeren-zu-deutschland-a-1629283

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/seehofer-die-muslime-geh%C3%B6ren-zu-deutschland/ar-BBQbXf5?MSCC=1543414383&ocid=spartandhp

Hartmut Krauss

 November 28, 2018

Subject: Deutsche Islamkonferenz

https://www.facebook.com/profile.php?id=100017572484031

Abgesehen davon, dass die Schaffung (besser: Frankensteiniade) eines „deutschen Islam“ sicher ganz oben auf der Hitliste absurder Vorhaben steht, hier ein nach wie vor aktuelles Fundstück aus dem Diskussionsforum der DIK (war selbst überrascht, als ich das zufällig wiederentdeckte).

10.01.2009 Hartmut Krauss

Ich möchte Ihnen aus der Perspektive eines Veranstalters der Kritischen Islamkonferenz kurz folgende Position nahe bringen:

Die deutsche Regierung sowie die Mehrheit aller Bundestagsfraktionen verleugnen den Tatbestand, dass der Islam als eine vormoderne Vorschriftenreligion mit überhistorischem Gültigkeitsanspruch Normen und Prinzipien verkörpert, die mit den Grundwerten einer menschenrechtlich-demokratischen Gesellschaftsordnung nicht nur nicht vereinbar sind, sondern diesen sogar massiv entgegenstehen.

So schließen zum Beispiel die maßgeblichen Aussagen des orthodoxen Islam eindeutig die Gleichberechtigung zwischen Muslimen, andersgläubigen Schriftbesitzern (Christen und Juden) und Nichtgläubigen (klassisch: Polytheisten; heute: Konfessionslose, Agnostiker und Atheisten) grundsätzlich aus. Im Koran werden diese Nichtmuslime sogar an zahlreichen Stellen nachhaltig diskriminiert. Generell wird eine feindselige Einstellung gegenüber den Grundprinzipien der kulturellen Moderne (Trennung von Staat, Religion, Recht und Privatsphäre; säkulare Demokratie; Gewaltenteilung; Menschenrechte) tradiert und so eine „Assimilationsphobie“ erzeugt.

Aufgrund dieser Sachverhalte erweist sich eine Erziehung im Geiste des orthodoxen Islam als das zentrale Integrationshindernis. Deshalb führt auch die Einführung eines flächendeckenden Islam-Unterrichts absolut in die falsche Richtung, denn sie fördert nicht etwa die politisch-kulturelle Integration der Muslime, sondern trägt nur zur Verfestigung einer auf Abgrenzung bedachten ethno-religiösen Identität bei und bestärkt damit integrationsabwehrende Einstellungs- und Verhaltensmuster.

Unter den Bedingungen einer sich zunehmend globalisierenden Weltgesellschaft sollte deshalb der konfessionsgebundene Religionsunterricht im Interesse interkulturellen Lernens und der Ausbildung interkultureller Kompetenz generell durch das neu zu schaffende Fach „Religions- und Weltanschauungskunde“ ersetzt werden. Darin sind die Heranwachsenden im Rahmen eines sachlich-neutralen Unterrichts sowohl mit den Grundinhalten aller Weltreligionen als auch mit den Ideen der aufklärungshumanistischen Religionskritik bekannt zu machen. Eine solche neutrale Informations- und Wissensvermittlung würde nicht nur der Integration in eine pluralistisch-demokratische Gesellschaftsordnung besser dienen, sondern wäre auch die beste Prophylaxe gegen einen gewaltgestützten „Kampf der Kulturen“.

Generell wird die opportunistische „Anerkennung“ der islamischen Herrschaftskultur letztendlich nicht zur Integration der Muslime führen, sondern einerseits entscheidend zur tendenziellen Schwächung und Selbstaufgabe der nichtmuslimischen Bevölkerung beitragen und andererseits die emanzipationsorientierten Zuwanderer aus islamisch geprägten Ländern im Stich lassen.

Siehe auch:

http://www.gam-online.de/text-islamkonferenz%20als%20Ausdruck.html

Kommentar Dr. Gudrun Eussner:

Es  ist schlimm, wenn ein Innenminister täglich auf mehreren Gebieten seine Inkompetenz unter Beweis stellt, hier bezüglich Islam und Immigration. Die Folgen sind für die deutschen Bürger verhängnisvoll.
Es gibt keinen in Deutschland “verwurzelten” Islam, und es wird keinen geben, jedenfalls nicht, so lange Deutschland kein islamisches Land ist. Der Islam selbst macht es unmöglich. Sich darüber zu informieren bei Experten und nicht bei Lobbyisten für den Islam, seien es Muslime oder gut von ihrer Propaganda lebenden Professoren und Journalisten, ist die Pflicht eines Innenministers.
Es ist ein Elend anzusehen, wie europäische Regierungen sich immer wieder am Islam abarbeiten, ohne auch nur einmal diejenigen hinzuzuziehen, die durch jahrelange Studien und Aufenthalte in islamischen Ländern die Befähigung dazu haben. Inzwischen halte ich es für Absicht; denn in allen Ländern Europas gäbe es noch immer genug Alternativen. Die Bürger sollen nicht informiert werden.
Der Migrationspakt zur Zerstörung Deutschlands. 20. November 2018

Updates, vom 26. und 27. November 2018
Zusätzliche Links zum Migrationspakt der Angela Merkel

Dr. Gudrun Eussner