Medienspiegel

«Die EU-Politik ist ja immer eine Politik im Interesse der Grossen und Starken, nie der Kleinen und Schwächeren»

Interview
Der frühere deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen über die mangelnde Flexibilität der Union, Brüssels Fehler, die zum Brexit führten, Emmanuel Macrons Reformvorschläge, Angela Merkels Bilanz als Europapolitikerin und die Behandlung der osteuropäischen Staaten als EU-Mitglieder zweiter Klasse.
Hansjörg Müller, Berlin 27.11.2018

„Herr Verheugen, kurz nach dem Brexit-Referendum vom Juni 2016 haben Sie gesagt, in der EU sei schiefgegangen, was nur schiefgehen könne. Warum kam es so weit?

Den Zustand der EU kann man wohlwollend nur als Stagnation beschreiben. Weniger wohlwollend könnte man auch von einem Orientierungsverlust reden. Auf Krisen hat die Union keine adäquaten Antworten. Das gilt insbesondere für den Umgang mit der Staatsschuldenkrise, die eine tiefe Spaltung herbeigeführt hat. Dazu kommt der Zeitgeist, der alles andere als integrationsfreundlich ist. Viele Menschen innerhalb und ausserhalb der EU haben das Gefühl, vor einer schwer fassbaren, nur in Teilen bekannten Bedrohung zu stehen. Zuwanderung, Globalisierung, Zukunftsängste, all das ergibt zusammen die Mischung, die zu dieser Orientierungslosigkeit geführt hat.“ (…)

https://www.nzz.ch/international/guenter-verheugen-eu-politik-ist-politik-im-interesse-der-grossen-ld.1438873

sowie

https://www.nzz.ch/international/heiko-maas-die-eu-muss-die-spaltung-verhindern-ld.1439922

Kommentar GB:

Sehr lesenswert!