Medienspiegel

Frankreichs Staatsführung rechnet für die nächste Grossdemonstration mit dem Schlimmsten

Der Verzicht der Regierung auf die geplante Erhöhung der Treibstoffabgaben genügt der Protestbewegung der «gilets jaunes» nicht. Am Samstag soll wieder eine unbewilligte Kundgebung in Paris stattfinden. Dabei wird erneut mit schweren Krawallen gerechnet.
Rudolf Balmer, Paris 6.12.2018

https://www.nzz.ch/international/frankreichs-staatsfuehrung-rechnet-fuer-die-naechste-grossdemonstration-mit-dem-schlimmsten-ld.1442596

https://www.nzz.ch/international/das-wuetende-volk-und-der-duenkelhafte-praesident-6-antworten-dazu-was-in-frankreich-gerade-schieflaeuft-ld.1442461

https://diepresse.com/home/ausland/welt/5542489/Frankreich_89000-Sicherheitskraefte-gegen-neue-Krawalle

https://www.freiewelt.net/nachricht/macron-regierung-mobilisiert-90000-polizisten-gegen-demonstranten-10076482/

Kommentar GB:

1788, oder schon 1789?

Noch, noch schreibt man von Krawallen, aber wie lange noch?

Wer den Umsturz von 1789 wirklich vorangetrieben hat

„Vergesst Robespierre! Ehret die Brissotins! Der britische Historiker Jonathan Israel hat ein aussergewöhnliches Buch über die Französische Revolution geschrieben.

Von Daniel Hackbarth

Noch ein Buch über die Französische Revolution – ist dazu nicht längst alles gesagt? Nicht unbedingt. Die Vergangenheit ist nie restlos auf den Begriff zu bringen, sondern prinzipiell offen für neue Deutungen. Deswegen sind alle HistorikerInnen auch EntdeckerInnen, sofern sie nicht bloss Lehrmeinungen wiederholen.

Dies gilt besonders für einen Forscher vom Format Jonathan Israels. Der britische Historiker verfolgt seit rund zwei Jahrzehnten mit übermenschlicher Energie das Programm einer umfassenden Neuinterpretation der europäischen Aufklärung: Seit «Radical Enlightenment. Philosophy and the Making of Modernity» (2001) hat Israel seinem Projekt bereits Tausende Seiten und mehrere Monografien gewidmet. In einem nun auf Deutsch erschienenen Band über die Französische Revolution hat dieses seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Spinoza statt Rousseau

Israels grosse These besagt, dass das gängige Bild von der Aufklärung verzerrt ist. Während die Blütezeit der Aufklärung gemeinhin im 18. Jahrhundert verortet wird, setzt er bereits hundert Jahre früher an. Demnach habe sich schon im 17. Jahrhundert die entscheidende intellektuelle Strömung herausgebildet, die der Moderne den Weg bereitete. Das geografische Zentrum dieser «Radikalaufklärung» – die Israel streng von der späteren, «gemässigten» Aufklärung unterschieden wissen will – identifiziert er nicht in Paris, sondern in Amsterdam, und die für ihn zentrale Figur heisst nicht etwa Rousseau, sondern Spinoza.“ (…)

https://www.woz.ch/-8d67

https://www.jpc.de/jpcng/books/detail/-/art/jonathan-israel-die-franzoesische-revolution/hnum/7174588