Robert Menasse über Europa

Interview
Robert Menasse über Europa: «Wir leben in einer ganz und gar gefährlichen Realgeschichte»
Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse zählt zu den zahlreichen Kulturschaffenden, die sich mit Vehemenz für die Idee «Europa» einsetzen. Jüngste Entwicklungen aber stimmen ihn skeptisch, wie er im Interview sagt.
Paul Jandl 19.12.2018

https://www.nzz.ch/feuilleton/robert-menasse-ueber-die-eu-keine-gemeinsame-demokratie-ld.1445595

Kommentar GB:

Robert Menasse ist sicherlich als ein Vertreter der Globalisten einzuordnen, und diesen stehen die Nicht-Globalisten gegenüber. In der heutigen Lage sind es jedoch die Nicht-Globalisten, die für Demokratie kämpfen, weil diese – im Sinne einer Willensbildung von unten nach oben – an den Nationalstaat ebenso gebunden ist wie der Rechtsstaat samt Verfassung. Wer sich also für die Geltung der Verfassungen der Nationalstaaten einsetzt, der ist heute ein Nicht-Globalist.

Der globalistische Weg in die Zukunft hingegen ist einer der Entnationalisierung und der Supranationalisierung und damit zugleich einer der Entdemokratisierung und der Bürokratisierung bis hin zu einer globalistischen Diktatur, deren Form sich in Gestalt der informellen Global Governance seit den 90er Jahren des 20. Jh. schrittweise herausgebildet hat. Die EU ist in ihrer heutigen institutionellen Gestalt ist Teil dieser supranationalen Machtstruktur. Daher muß mindestens diese derzeitige Gestalt im Sinne einer Demokratisierung verändert werden. Man kann somit sehr wohl EU-Kritiker und zugleich für die europäische Verständigung und Einigung sein.

 

 

 

 

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