Medienspiegel

Die Grenzen der Grenzenlosigkeit

und die Notwendigkeiten der Selbstbehauptung
Will Europa seine massgebliche Stellung in der Welt bewahren, muss es die Rolle der Nationalstaaten wieder aufwerten. Vielfalt nach innen und Gemeinsamkeit nach aussen – dies wäre ein tragfähiges Motto für eine erneuerte Europäische Union.
Heinz Theisen 16.1.2019
„Der Streit um die Offenheit von Grenzen spaltet die westlichen Gesellschaften. Während die Globalisten «Weltoffenheit» für den Kern der freien Weltwirtschaft und zudem einer humanistischen Ethik halten, kämpfen neue Protektionisten und Partikularisten für die Abgrenzung und Stärkung eigener Identitäten und Interessen.“ (…)

https://www.nzz.ch/meinung/die-grenzen-der-grenzenlosigkeit-und-die-notwendigkeiten-der-selbstbehauptung-ld.1431389

Kommentar GB:

Der Artikel ist eher halbkritisch, aber immerhin:

(…) „Die Europäische Union wäre eigentlich für Mittelwege zwischen utopischem Globalismus und regressivem Partikularismus prädestiniert gewesen. Doch die wehrhafte Synthese von Offenheit und Selbstbehauptung im Kalten Krieg ist mit dem Untergang des Sowjetsystems verloren gegangen. Gegenüber neuen Herausforderungen wie dem religiösen Extremismus, transnationalem Verbrechen, Flucht und Migration scheint die EU – anders als die USA und Australien – nicht in der Lage, ja nicht einmal willens zu sein, sich selbst zu behaupten.“ (…)

Das europäische Problem ist die Herausbildung eines undemokratischen Multilateralismus, der zur Diktatur tendiert, einerseits, und die fehlende Bereitschaft und Fähigkeit, die europäische Integrität (die europäische Zivilisation i. w. S.) wirksam nach außen zu sichern, andererseits. Und dieses Versagen spricht das Urteil über die EU, wie wir sie kennen.

https://www.nzz.ch/meinung/der-universalismus-macht-den-westen-blind-fuer-die-gefahren-des-kulturalismus-ld.1354742