Feindbild Islamkritik

Hartmut Krauss (Hrsg.)

Wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden

Osnabrück 2010. ISBN 978-3-00-032085-9. Paperback. 364 Seiten. 15,00 €

Hier ein Beispiel, das allem Anschein nach von einer Muslimin stammt:

Wenn Angst regiert

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wenn-angst-regiert

Vorurteile Seit Jahren verbreiten sich in Deutschland islamfeindliche Einstellungsmuster. Wer daran etwas ändern will, braucht klare Antworten
Riem Spielhaus ist seit April 2016 Professorin für Islamwissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildung und Wissenskulturen an der Georg-August-Universität Göttingen
Vorname Riem:
Arabisch: weißes Reh
(…) „Mit ihrer Dissertation zum Thema
Wer ist hier Muslim? Die Entwicklung eines islamischen Bewusstseins in Deutschland zwischen Selbstidentifikation und Fremdzuschreibung wurde sie 2008 an der Humboldt-Universität promoviert.“
Die Autorin hat auch hier mitgeschrieben; man beachte die Liste der Autoren:
So, unter anderem, läuft Islamisierung.

Ein ergänzender Beitrag von Dr. Gudrun Eussner:

„Feindbild Muslim – Feindbild Jude“ in sueddeutsche.de und taz.de

Wie man heute in der SZ liest, mag sich die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Berlin Lala Süsskind getrost von den Behauptungen des Prof. Dr. Wolfgang Benz distanzieren, sich gegen sie verwahren, es nützt nichts, deutsche MSM wissen es besser: Die Konferenz „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“ war im Vorhinein angegriffen worden: Wer Antiislamismus und Antisemitismus zusammenbringe, der verharmlose die Verbrechen an den Juden. Es war eine scharfe, aber dünne Kritik; die Jüdische Gemeinde Berlin distanzierte sich unverzüglich. Henryk M. Broder berichtet etwas anderes, das macht aber nichts, denn wer von den Lesern der SZ kennt schon das Tagebuch der Achse des Guten?

 

Heute hat Lala Süsskind, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, eine mail an Prof. Benz geschickt, in der sie sich dagegen verwahrt, von Benz vereinnahmt zu werden. Sie sei „darüber empört, diese angebliche Aussage… in der Zeitung zu lesen und sich Anfragen dazu stellen zu müssen“. (1)

 

Interessant sind die Berichte über den Vortrag der Mitarbeiterin des ZfA Yasemin Shooman über Islamfeindschaft im World Wide Web. Ihr Bezug auf der kleinen Tagung sei vor allem der Blog Politically Incorrect, berichtet S. Speicher. Es geht weiter mit der angeblichen Unterstellung einer großen Verschwörung zur Übernahme der Weltherrschaft durch den Islam, wobei nicht klar ist, ob die Referentin oder der Berichterstatter das so sieht, vielleicht beide. Nirgends ist auf PI und anderen islamkritischen Sites die Rede von einer Verschwörung, sondern berichtet wird von der gemäß der islamischen Lehre bestehenden Verpflichtung aller Muslime, weltweit den Islam durchzusetzen. Unter diesem Zeichen geschehen seit dem 7. Jahrhundert von Arabien ausgehend die Eroberungen. 732 d.Z. werden sie bei Poitiers durch Karl Martell erstmals aufgehalten. Islamische Lehre ist es auch, einmal islamisch gewesene Gebiete zurückzuerobern. In der Verfassung der Hamas ist es für das Gebiet Israels in Artikel 12 festgeschrieben; von Verschwörungstheorien kann keine Rede sein: (2)

 

Nationalism, from the point of view of the Islamic Resistance Movement, is part of the religious creed. Nothing in nationalism is more significant or deeper than in the case when an enemy should tread Moslem land. Resisting and quelling the enemy become the individual duty of every Moslem, male or female. A woman can go out to fight the enemy without her husband’s permission, and so does the slave: without his master’s permission.

 

  1. Speicher fährt fort mit Lehren über den islamischen Antisemitismus, so wie sie Dr. Juliane Wetzel in ihrem Referat Judenfeindschaft unter Muslimen in Europa vorgestellt haben mag: Antisemitismus gibt es allerdings auch unter Muslimen. Die Ideologie ist zwar im Westen ausgebrütet worden, hat aber längst auch im Islam ihre Anhänger. Es zeigt sich die vollkommene Unkenntnis über den 1400 Jahre währenden Judenhaß im Islam und über die Literatur zu diesem Thema. Mein Archiv ist voll von Beiträgen dazu. Selbstverständlich gibt es den Judenhaß nicht als Antisemitismus, da dieser Begriff erst am Ende des 19. Jahrhunderts erfunden worden ist; Judenhaß und Antisemitismus sind auch nicht dasselbe, da dem Judenhaß der Muslime die rassistische Komponente fehlt. Sogar Matthias Küntzel weiß inzwischen, daß der islamische Judenhaß nicht aus Europa kommt. Wie inkompetent muß man sein, um in der SZ schreiben oder im ZfA wissenschaftlich tätig werden zu dürfen? Entweder hat Juliane Wetzel das so gesagt, dann bedürfte es der Richtigstellung, oder aber S. Speicher tut hier seinen Wissensstand kund; beides ist gleichermaßen peinlich.

 

Da der Begriff der Islamkritik von vornherein aus der Konferenz entsorgt worden ist, geht es dort nur noch um westliche Islamfeindschaft oder Islamophobie, was sogar dem Berichterstatter zu wenig ist. (3)

 

taz.de

 

Philipp Gessler, von der taz – es ist derjenige, der die Märchen über die Äußerungen von Ilan Mor und Lala Süsskind verbreitet, anstatt den Herrn Professor vielleicht darin zu bremsen, weiß etwas: er vermißt in der Konferenz die Diskussion. Nach sechs Stunden, endlich, sei sie in Gang gekommen. Ihm fällt nicht auf, daß es die Veranstalter sind, die eine Diskussion bewußt ausschließen, sie bleiben unter sich. Wissenschaftler, die andere Ansichten zum Thema haben, werden nicht nur nicht eingeladen, sondern einer von ihnen, der Orientalist Dr. Hans-Peter Raddatz, wird im Vorfeld der Konferenz von Prof. Dr. Wolfgang Benz als „selbsternannter Islamwissenschaftler“ beleidigt, und über ihn gibt es die akademische Doppelstunde Rechte Dogmen für die Mitte. „Islamkritik“ als Ersatzkommunikation am Beispiel von H.-P. Raddatz. Der Referent schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, er entsorgt die Islamkritik und den Islamkritiker. Philipp Gessler, der Diskussionen liebt, bleibt unbefriedigt zurück, kann sich aber anscheinend keinen Reim darauf machen, wieso: (4)

 

So blieb trotz des eindrucksvollen letzten Vortrags von Peter Widmann über den Islamhass des neorechten Ideologen Hans-Peter Raddatz am Ende ein Gefühl des Bedauerns zurück: Der große Wurf, die große Tagung zu Parallelen und Unterschieden von Antisemitismus und Muslimfeindschaft war dieses Forschertreffen nicht.

 

In deutschen Universitäten wird nicht diskutiert, sondern diejenigen, die nicht nur andere Ansichten vertreten zum Forschungsgegenstand, sondern sie auch begründen können, werden aus der Diskussion ausgeschlossen. Herrschaftswissen wird verkündet, und die MSM verbreiten dieses. Es macht nichts, daß die wissenschaftliche Erkenntnis längst über die Schmähschriften eines Peter Widmann hinwegfegt. Man sollte nur einmal lesen, was Peter Widmann in dem Pamphlet Der Feind kommt aus dem Morgenland zum besten gibt, Denunziation und Propaganda gegen einen Wissenschaftler, der ihm nichts getan hat, außer daß seine Veröffentlichungen auf soliden islamwissenschaftlichen Studien beruhen. Wen wundert’s, daß er nicht eingeladen wird, sondern daß die Dilletanten unter sich bleiben? (5)

 

Ein Wort an die Mitarbeiterin des ZfA Yasemin Shooman

 

Wenn ich mich nicht irre, tragen Sie einen berühmten Namen, obgleich sich in der Transskription Ihres Namens aus dem Arabischen ein zweites „o“ befindet, Shooman statt Shoman. (6)

 

In Ihrer Argumentation gegen Islamkritiker machen Sie dem Namen jedenfalls alle Ehre. Zu kritisierenden Antisemitismus von Muslimen gibt es für sie nicht, sondern diese Kritik sei ein Vorwand, ein ganzes Kollektiv abzulehnen, zitiert Matthias Küntzel Sie aus dem Jahrbuch des ZfA. (7)

 

Sind Sie ein Mitglied der Familie des aus Bait Hanina stammenden Palästinensers Abdul Hamid Shoman, des Gründers der Arab Bank? Auch der heutige Vorsitzende der Arab Bank heißt Abdul Hamid Shoman, er ist der Enkel des Gründers. Die von der Familie Shoman kontrollierte Bank gehört zu den größten internationalen Finanzinstitutionen. (8)

 

Gründer, im Juli 1930, Abdul Hamid Shoman wandert 1911 in die USA aus, wo er im Handel zu Reichtum kommt und 1929 in die Heimat zurückkehrt. Er ist ein enger Freund des Großmuftis Hadj Amin al-Husseini. Die Engländer verhaften ihn während der Aufstände von 1936 bis 1939 zweimal. Ahmad Hilmi Abdul Baqi, der Vater von Abdul Hamid Shoman wird 1922 Finanzminister des Emirs von Transjordanien Abdullah. Er kämpft gegen die Israelis, verteidigt 1948 Jerusalem und wird anschließend Premierminister in Gaza. Ihm und seinem Sohn Abdul Hamid Shoman wird auf Anordnung des Königs Hussein von Jordanien die Ehre zuteil, im Al-Haram Al-Sharif begraben zu werden, dem Ort, an dem Yasser Arafat auch gern begraben worden wäre.

 

Die von der Familie Shoman kontrollierte Arab Bank, mit Hauptsitz in Amman, Jordanien, ist heute eine der größten Banken der arabischen Welt. Sie betreibt 500 Zweigstellen in 30 Ländern auf fünf Kontinenten, davon 15 (Stand: November 2004) in den palästinensischen Gebieten. Sie ist eine der vielen Geldquellen zur Unterstützung des islamischen Terrors. Sie ist die bevorzugte Bank der palästinensischen Terrororganisationen, vor allem der Hamas und des Palästinensisch-islamischen Jihad (PIJ), deren Leiter von Syrien aus den Transfer von jährlich mehreren Millionen aus dem Ausland erhaltener Dollar in die palästinensischen Gebiete veranlassen. (9)

 

Einzelheiten über die Bank, und wie die israelische Armee während der Operation „Defensive Shield“, vom April 2002, in den Büros der Palestinian General Intelligence, in Yasser Arafats Hauptquartier in Ramallah, der Mukata, Unterlagen findet, aus denen die bedeutende Rolle der Arab Bank für das Funktionieren der Terrororganisationen hervorgeht, können in meinem Artikel von vor vier Jahren Saudi-Arabien, die „palästinensische Sache“ und die Arab Bank nachgelesen werden. (10)

 

Können Sie mein Interesse und meine Spannung verstehen?

 

  1. Dezember 2008

 

Update

 

Die Verleumdungen und Beleidigungen des Orientalisten durch Dr. Peter Widmann gibt’s nicht mehr auf der Site von Honestly Concerned, aber jetzt in deutsch und englisch bei der vom Auswärtigen Amt des Frank-Walter Steinmeier geförderten Qantara. Mittels dieser „Brücke“ wollen die Bundeszentrale für politische Bildung, die Deutsche Welle, das Goethe-Institut und das Institut für Auslandsbeziehungen zum Dialog mit der islamischen Welt beitragen. (5)

 

  1. Februar 2009

 

Quellen

 

(1) Prof. Benz hat ein Problem. Von Henryk M. Broder,
Tagebuch der Achse des Guten, 9. Dezember 2008
http://tinyurl.com/6he3sb

 

Prof. Dr. Wolfgang Benz und seine Märchen aus 1001 Berliner Nächten.

  1. Dezember 2008

http://www.eussner.net/artikel_2008-12-09_19-07-15.html

 

(2) Article 12. The Covenant of the Islamic Resistance Movement (Hamas),

August 18, 1988. MidEast Web Historical Documents

http://www.mideastweb.org/hamas.htm

 

(3) News gegen die Minderheit. Von S. Speicher, süddeutsche.de,

  1. Dezember 2008

http://www.sueddeutsche.de/,ra4m1/kultur/253/450969/text/

 

(4) Judenhasser versus Islamfeinde. Von Philipp Gessler, taz.de,

  1. Dezember 2008

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/judenhasser-versus-islamfeinde/

 

(5) Der Feind kommt aus dem Morgenland. Rechtpopulistische „Islamkritiker“ um

den Publizisten Hans-Peter Raddatz suchen die Opfergemeinschaft mit Juden.

Von Peter Widmann, Honestly Concerned 2007, Seite 25 ff. (nicht mehr online)

http://tinyurl.com/59wn5y

 

Islamkritik in Deutschland. Irrationales Feindbild. Von Peter Widmann.

Der Text basiert auf einem Artikel im Jahrbuch 17 (2008) des ZfA

(erschienen im Metropol-Verlag, Berlin). Qantara 2009

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php?wc_c=468&wc_id=1106

 

Criticism of Islam in Germany. Irrational Demonization. By Peter Widmann,

The text is based on an article that was published by Metropol-Verlag, Berlin,

in the ZfA’s Jahrbuch 17 (2008). Qantara.de 2009

http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-476/_nr-1109/i.html

Dr. Peter Widmann. Zentrum für Antisemitismusforschung

http://zfa.kgw.tu-berlin.de/mitarbeiter/widmann.htm

 

(6) Yasemin Shooman, M.A. Zentrum für Antisemitismusforschung

http://zfa.kgw.tu-berlin.de/mitarbeiter/shooman.htm

 

(7) ‚Islamophobia‘ or ‚Truthophobia‘? By Matthias Küntzel, WSJ Europe,

Doc’s Talk, December 8, 2008

http://docstalk.blogspot.com/2008/12/islamophobia-or-truthophobia.html

 

(8) Abdul Hameed Shoman Foundation. Arabisch

http://www.shoman.org/ar/

 

World War I. Creation of Jordan, Palestine Facts

http://www.palestinefacts.org/pf_ww1_british_mandate_jordan.php

 

(9) Arab Bank. Our Profile

http://www.arabbank.com/en/profile.aspx

 

(10) Saudi-Arabien, die „palästinensische Sache“ und die Arab Bank.

  1. September 2004

http://www.eussner.net/artikel_2004-11-09_21-16-10.html

 

Siehe auch:

 

‚German center ignores Iranian threat‘. By Benjamin Weinthal,

The Jerusalem Post, December 10, 2008

http://tinyurl.com/62qb6s

 

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