Sind Muslime die neuen Juden?

Sind Muslime die neuen Juden?

(…) 4,5 Millionen Muslime leben in Deutschland. Das sind 5,5 Prozent. Wenn sich zwanzig Deutsche treffen, ist gewiss ein Moslem dabei. Der Islam gehört ganz selbstverständlich zu Deutschland. Der Islam ist ein Teil Deutschlands. Wenn ein Deutscher selbst kein Moslem ist, hat er gewiss Nachbarn, Freunde oder Kollegen, die deutsche Muslime sind.Muslime sind in Deutschland zwar eine Minderheit, wie das Judentum, allerdings nicht so klein, als dass man keine Muslime kennen könnte. Warum also nicht Muslime als Ersatzjuden nehmen, um zu zeigen, dass man nichts gegen Juden hat? Der Islam ist eine Religion wie das Judentum und es gibt viele Menschen, die mögen Muslime nicht. Da ist es doch nur logisch, dass Muslime die neue Juden sind, oder?

Nein!

Die Deutschen, die einst Juden verfolgt haben, waren Christen oder kamen aus einem christlichen Umfeld. Ihr christlicher Glaube hielt sie nicht davon ab, Juden zu hassen. In vielen Fällen befeuerte der christliche Glaube diesen Hass auf Juden sogar. Martin Luther war ein glühender Judenhasser. In den Kirchen Deutschlands wurden Juden als Christusmörder verunglimpft. Es galt das Credo: „Extra ecclesiam nulla salus“ („Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“).

Das Christentum war über die Jahrhunderte eine brutale und mit Zwang missionierende Religion. Es wurde missioniert, weil die Christen glaubten, im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit zu sein. Wer nicht Teil der christlichen Gemeinde war, stellte sich gegen die Wahrheit. Juden war somit für diese Christen schon durch ihre pure Existenz eine Provokation, da sie sich weigerten, Jesus als Messias anzuerkennen. Es gab nur zwei Möglichkeiten: Annahme des christlichen Glaubens oder Vernichtung. Beide Möglichkeiten wurden als Akt der Gnade verstanden. Es war die Aufklärung, die diesem Fundamentalismus ein Ende setzte.“ (…)