Medienspiegel

Die Weltbank und der globale Süden

„Die Weltbank will mehr private Investitionen in der Entwicklungsfinanzierung. Doch es drohen nicht die Armen dieser Welt zu profitieren. Stattdessen wird der Weg für die Öffnung der Finanzmärkte der Entwicklungs- und Schwellenländer bereitet.

Anfang 2016 hat sich die Staatengemeinschaft 17 umfassende Entwicklungsziele gegeben. Sie will Armut reduzieren, Bildungs- und Gesundheitssysteme verbessern und den Klimawandel stoppen. Auch die Weltbank hat sich als größte Entwicklungsbank diesen Zielen verpflichtet.

Drei Jahre später, Anfang 2019 ist ihr Präsident überraschend zurückgetreten. Der US-Amerikaner Jim Yong Kim wechselt drei Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit zum Investmentfonds Global Infrastructure Partners (GIP). GIP investiert sowohl Eigen- als auch Fremdkapital in die Infrastruktur von Industrie- und Entwicklungsländern.“ (…)

„Entwicklungsländer sind ein 12 Billionen Dollar Markt“

Kommentar GB:

Durchaus zu Recht wird seitens der USA z. B. mit Blick auf die Aktivitäten ihres  geopolitischen Konkurrenten  China – im Zusammenhang mit dessen Projekt der Neuen Seidenstraße(n) sowie seiner Infrastrukturprojekte in Afrika und Lateinamerika – vor den Risiken einer Abhängigkeit von China durch eine langfristige Verschuldung gewarnt.

Was hier nun aber die in Washington ansässige Weltbank beabsichtigt, das ist sozusagen das Gegenstück zur chinesischen Strategie, indem privates Kapital für global verteilte möglichst profitable Investitonsprojekte unterschiedlicher Art mobilisiert werden soll. Die oben erwähnte Warnung vor Abhängigkeitsrisiken betrifft somit diese Kapitalstrategie genauso, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

Da die nicht hinreichend entwickelten Länder der Welt auf Infrastruktur- und andere Investionen angewiesen sind, wird es für sie darauf ankommen, sich zwar darauf einzulassen, aber maßvoll und mit Weitsicht, sowie mit der gebotenen Vorsicht und einer gewissen Zurückhaltung, um die latenten Risiken steuern zu können. Neu manifest werdende Abhängigkeitsstrukturen liegen sicherlich im Partialinteresse der Investoren, nicht aber im Interesse aller anderen Menschen.