Helmut Schmidt und das Christentum

11.05.2019

Kann man aus der Bootsfahrt einer Nacht ein ganzes Buch machen, selbst wenn die auf dem legendären Nil stattgefunden hat? Der Professor für Katholische Theologie Karl-Josef Kuschel kann es. Das Ergebnis ist äußerst lehrreich und anregend.

Vera Lengsfeld

https://www.theeuropean.de/vera-lengsfeld/15778-helmut-schmidt-und-der-interreligioese-dialog

Kommentar GB:

Schmidt wurde von seinen Genossen wegen seiner Zustimmung zum Nato-Doppelbeschluss gestürzt, Sadat am 6. Oktober 1981 durch ein Attentat ermordet.

Ich erinnere mich als Teilnehmer an die große Kundgebung gegen den NATO-Doppelbeschluß, die damals in Bonn stattfand. Ich war damals überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen, auf der Seite des Friedens. So kann man sich irren.

Heute weiß ich, daß ich mich damals im Irrtum befand, zusammen mit all den anderen. Ich verstand einfach die geopolitische Logik nicht, sowenig wie die anderen das taten, und wie sie alle fürchtete ich mich – durchaus begründet natürlich – vor einem Krieg, aber zugleich hatten wir wohl alle eine irrationale Angst. Auch das hat Schmidt damals klar erkannt und ausgesprochen.

Bundeskanzler Schmidt, den ich heute als den Bundeskanzler ansehe, hat damals ganz allein richtig geurteilt und gehandelt.

Und die SPD hat sich geirrt. Damit begann ihr historischer Niedergang.

„Auf dem Nil erfuhr Schmidt von Sadat erstmals vom gemeinsamen Ursprung der abrahamitischen Religionen. Der Sinai sei der Ursprungsraum des Monotheismus, Abraham der Vater des Glaubens für drei Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Jesus ist der zweithöchste Prophet des Koran, von Adam bis Mose sind die Propheten allen drei Religionen gemeinsam.“

Es gab keinen gemeinsamen Ursprung; das ist inhaltlich falsch, denn der Islam hat sich vor allem auf der Arabichen Halbinsel in Medina entwickelt. Die Sinai-Halbinsel hatte damit nicht zu tun. Schmidt ist hier, wenn er das tatsächlich so übernommen haben sollte, einer umdeutenden muslimischen Märchenstunde der angeblichen Religionsentstehung von Judentum, Christentum und Islam aufgesessen.

Auch ein Helmut Schmidt konnte sich eben irren, so wie alle Menschen.

Und also auch Karl-Josef Kuschel mit seiner Verkennnung dessen, was der Islam ist:

Der Islam ist nichts Gutes.

Nicht Sadat repräsentiert den Islam, sondern seine Mörder.

Die blutige Geschichte im Namen Allahs – eine Chronologie

Ausgewählte wissenschaftliche Grundlagenliteratur zum Islam und seiner Auswirkungen auf Europa