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Iran: Ausstieg aus dem Atomabkommen

Aktualisiert am 08. Mai 2019, 17:35 Uhr

Der Iran will sich teilweise aus dem Atomabkommen mit den USA und Europa zurückziehen und droht, seine Urananreicherung wieder aufzunehmen. Iran-Experte Adnan Tabatabai erklärt im Interview, wie groß die Verantwortung der EU-Staaten ist, unter welchen Umständen eine militärische Auseinandersetzung droht und welche Parallelen es zum Irak-Krieg gibt.

https://www.gmx.net/magazine/politik/ausstieg-atomabkommen-europa-33731114

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-05/atom-deal-iran-donald-trump-sanktionen-bergbau-stahl

Der Iran-Konflikt spitzt sich zu

Kommentar GB:

In dem obigen Interview wird ein Szenario dargestellt, das sehr wohl möglich ist. Es könnte allerdings sein, daß es auf einem Irrtum beruht. Für die Präsidentschaft Trumps wäre eine wirkliche Veränderung der politisch stagnativen Situation im Nahen Osten sicherlich wichtig, und das heißt, es ginge bei der Schwächung oder der Beseitigung des iranischen Einflusses im Nahen und Mittleren Osten um existenzielle israelische Sicherheitsinteressen, sowohl an der Süd- wie an der Nordgrenze des kleinen Landes (Hizbollah im Norden; Hamas im Süden). Das ist durchaus nachvollziehbar. Hinzu kommt, daß eine solche Politik im Grunde nur im jetzigen Zeitfenster der verbleibenden restlichen ersten Amtszeit von Donald Trump umgesetzt werden kann. Dessen Entscheidungen zu Jerusalem und den Golanhöhen deuten an, daß weitere größere Veränderungen im Bereich des Möglichen sind, mit Blick auf die Westbanks zum Beispiel, oder auch mit Blick auf Gaza. Israel wird diese historische Chance nutzen wollen.

Maximal geht es, um die atomare Drohung des Irans im Keim zu ersticken, um den Sturz des Mullah-Regimes, mit dem die USA aus ihrer Sicht sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen haben. Gelänge ein solcher Regimewechsel, dann wäre damit die Lage im gesamten Nahen und Mittleren Osten tiefgreifend verändert, zugunsten der USA und von Israel, und nicht zugunsten von Rußland und China – was geopolitisch aber ins Bild paßte. In Riad wäre man im Ergebnis hochzufrieden. Ob das freilich für Israel längerfristig günstig wäre, das steht freilich dahin. Aber Israel fürchtet, sicherlich begründet, derzeit offensichtlich den Iran weitaus mehr als Saudi-Arabien, vielleicht deswegen, weil die USA die Saudis, letztlich militärisch, unter Kontrolle haben?

 

 

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