Brexit. Sieg der störrischen Briten über die Eliten?

23. Juni 2019

Dr. Gudrun Eussner

Wie die Rettung der eigenen Pfründe bei Politikern funktioniert, kann man jetzt an den britischen Tory-Abgeordneten beobachten. Die Mehrheit von ihnen, am 8. Juni 2017, für ihr Versprechen gewählt, gemäß dem Ergebnis des Referendums, vom 23. Juni 2016, den Brexit durchziehen zu wollen, erwies sich anschließend als Lügner, die nie vorhatten, aus der EU auszutreten. Aus geschäftlichen, machtpolitischen und/oder sonstigen persönlichen Gründen taten sie, die Remainer, ab sofort alles dafür, in der EU zu bleiben, das Problem auszusitzen. Premierministerin Theresa May, die selbst Wahlkampf für den EU-Verbleib betrieben hatte und von der Mehrheit dieser Remainer ins Amt gewählt wurde, ließ sich von Deutschen einen Vertrag zugunsten dieser und der EU-Kommission ausarbeiten.

Update, vom 23. Juni 2019
Wie ein von der EU finanziertes Paar Boris Johnson zu Fall bringen wollte

Der Vertrag, von der EU-Kommission und Theresa May, am 27. November 2018, zur Vorlage im britischen Unterhaus gebilligt, war so formuliert, daß ihm dort niemand zustimmen konnte. Großbritannien wäre de facto in der EU verblieben und hätte ohne Stimmrecht und ohne Positionen in der Kommission nur zahlen und den Richtlinien der EU folgen dürfen. Die Patt-Situation im Unterhaus war im Sinne der Remainer, allen voran der Theresa May, die nicht genug davon bekommen konnte, drei Mal im Unterhaus durchfiel und sich nicht entblödete, einen Bettelbrief ohne offiziellen Absender an Donald Tusk um Aufschub des Austritts handschriftlich (!) mit „yours ever“ zu unterzeichnen. Dieser Brief wurde durch einen mit Briefkopf und maschinenschriftlichem „yours ever“ ersetzt.

Das Volk aber war und ist störrisch und beharrt auf dem Brexit.

Inzwischen werden dessen Verfechter sogar mehr, und deshalb sprachen sich viele der Verräter des Brexit gestern mit großer Mehrheit von 160 Stimmen für den Brexiter Boris Johnson als Nachfolger von Theresa May aus. Der zweitplazierte Jeremy Hunt, ein Remainer, den man auch „Theresa May in Hosen“ nennt, landete abgeschlagen und bekam 77 Stimmen. Während man den Brexiter Michael Gove,  mit 75 Stimmen drittplaziert und aus dem Rennen ausgeschieden, einfach nur widerlich finden kann – ihm ist es geschuldet, daß auf Grund seiner spontanen Kandidatur 2017 nicht Boris Johnson, sondern Theresa May Premierministerin wurde, was den Brexit drei Jahre hinauszögerte -, ist Jeremy Hunt nichts als ein opportunistisches Weichei, das seine Chance auf Seiten der Brexiter erkannt hat.

Umfragen in Großbritannien haben ergeben, daß das Volk diesen Umfaller nicht will.

Bis zum 22. Juli 2019 stimmen ca. 160 000 Tory-Mitglieder im Lande ab, wer von beiden Premierminister wird. So schließt sich der Kreis zur Rettung der Pfründe: Die Remainer der Tories im Unterhaus wissen, daß sie und die gesamte Tory-Partei weg sind vom Fenster, wenn sie Hosen-Theresa zum Premierminister bestimmen. Wie dieser drehen sie ihr Fähnchen nach dem Wind, in der Hoffnung, in ihren Wahlbezirken dafür gefeiert und beim nächsten Mal wiedergewählt zu werden.

Wie man das Volk kennt, ist es gnädig und verzeiht.

„Ein Brexit ohne Vertrag würde bedeuten, daß ein harter Brexit Wirklichkeit würde, in dem das Vereinigte Königreich den Gemeinsamen Markt und die Zollunion am 31. Oktober endgültig verläßt.“

Brexit news: Why Conservatives will back hard Brexit or risk collapse. By Kat Hopps,
Update, vom 23. Juni 2019

Das war die erste Frage, die sich jeder stellte, der die schmutzigen Tricks der Remainer kennt: Wer hat die Polizei in der Nacht von Donnerstag zu Freitag, 20./21. Juni 2019, gerufen, weil angeblich Boris Johnson in seinem Haus seine Lebensgefährtin malträtierte? Am Samstag war, in Birmingham, die erste Befragung von insgesamt 16 der beiden Kandidaten Boris Johnson und Jeremy Hunt. Der Moderator in seinen lustigen orangefarbenen Socken hatte nichts Eiligeres zu tun, als Boris Johnson zu provozieren und ihn aufzufordern, Stellung zu nehmen zum Polizeieinsatz, was er mit dem Hinweis ablehnte, dazu wären die Bürger von Birmingham nicht zur Anhörung erschienen, sondern, um zu erfahren, welche Politik er zu betreiben gedächte. Auch war zu der Zeit längst klar, daß gar nichts geschehen war. Die Polizei hatte erklärt, beide Streitenden wären wohlauf gewesen.

Jetzt wird bekannt, daß es politisch motivierte, gegen den Brexit agitierende Sozialisten waren, Eve Leigh und ihr Partner Tom Penn. Die amerikanische Millionärstochter und Buddhistin Eve Leigh schrieb ein aus Mitteln eines Kulturprojektes der EU gefördertes Theaterstück gegen den Brexit. Sie und ihr Partner, von Beruf Zauberkünstler, wollten Boris Johnson zu Fall bringen.

Ausgeschlachtet, wenn nicht gelenkt, wurde die Operation vom sozialistischen The Guardian.

Revealed: The Cambridge-educated millionaire’s Buddhist daughter whose anti-Brexit play was funded by the EU and her close-up magician partner who both tried to sink Boris
By CHRIS DYER FOR MAILONLINE and IAN GALLAGHER and HARRY COLE DEPUTY POLITICAL EDITOR and MICHAEL POWELL and JONATHAN BUCKS FOR THE MAIL ON SUNDAY.
PUBLISHED: 10:45 BST, 23 June 2019. UPDATED: 15:25 BST, 23 June 2019

Der letzte Stand des Betruges an den britischen Wählern immer hier:

PS: Die Parallelen zu denjenigen CDU- Politikern, die sich heute vorwagen und eine Koalition mit der AfD „nicht ausschließen“, ist offensichtlich. Die Medien der Eliten bestaunen den Sieg der Wirklichkeit über das Wolkenkuckucksheim. In Deutschland wird „faire barrage“ nicht so lange dauern wie in Frankreich, das seit Jahrzehnten Visionen hat, anstatt Realpolitik zu betreiben.

Allen denjenigen, die grundsätzlich wissen wollen, was zur Zeit in den westlichen Staaten an solchen Politikverschiebungen wie Brexit, CDU-AfD-Koalitionen, Wahl des Donald Trump abläuft, von den USA bis zur EU, und wer Französisch liest, dem empfehle ich die Lektüre zum Ende der westlichen Mittelklasse. Die 18 € sind gut angelegt. Einziges Defizit des Autors: Er hat wenig bis keine Ahnung vom Islam. Das aber schmälert nicht sein Verdienst.

Christophe Guiluy
NO SOCIETY. La fin de la classe moyenne occidentale