TU Dortmund : Diversität als Monolog und Herrschaftsinstrument

  • Von Wolfgang Krischke
  • Aktualisiert am 06.06.2019

Chronik einer Demontage: Die Rektorin der TU Dortmund schafft die Institute für Sprach- und Literaturwissenschaft mit einem Federstrich ab.

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Kommentar GB:

Der Gender-Feminismus zeigt jetzt, weil die Machtverhältnisse es zulassen, sein reales Gesicht:

(…) „Von oben nach unten

Zum Bruch kommt es am 4. Juli 2018: Bei einer Institutskonferenz erklären die drei Professorinnen ihren sofortigen Austritt aus ebendiesem Institut. Zugleich verkünden sie ihre Absicht, ein „Institut für Diversitätsstudien in Kognition, Literatur, Sprache und Medien“ zu gründen, das gleichrangig neben den anderen Instituten der Fakultät stehen soll. Am selben Tag schließen sie sich zu einer Arbeitsgemeinschaft gleichen Namens zusammen, die eine Vorstufe des künftigen Instituts bilden soll.

Eine organisatorische oder wissenschaftliche Notwendigkeit für ein eigenes Institut für Diversitätsforschung gibt es nicht. Diversität, Gender und Inklusion müssen als Inhalte in der Dortmunder Germanistik nicht erst etabliert werden, Themen wie inklusiver Sprachunterricht oder inter- und transkulturelle Literatur sind dort seit langem Bestandteil von Forschung und Lehre. Auch um enger zu kooperieren, müssen die drei Professorinnen kein eigenes Institut errichten. Trotzdem können sie sich auf die Unterstützung des Rektorats berufen.

Gute Kontakte bestehen nicht nur zu Ursula Gather, sondern auch zur Prorektorin für Diversitätsmanagement, Barbara Welzel, mit der Sigrid Nieberle in universitären Veranstaltungen und Projekten zusammenarbeitet. Barbara Welzel vertritt die Ansicht, dass Veränderungen in der Universität vor allem von oben nach unten durchgesetzt werden müssen. In einem Aufsatz zum „Veränderungsmanagement“ an Universitäten macht sie als Problem aus, dass Wissenschaftler angesichts solcher Maßnahmen „zu Widerstand neigen“, zumal sie „über ein erhebliches Maß an Unabhängigkeit“ verfügen und der „Norm der akademischen Freiheit“ anhängen.“ (…)

Und deshalb gehört heute die vollständige Eliminierung des Gender-Feminismus im akademischen Raum auf die politische Agenda.