Poker am Persischen Golf

Es geht um die Herrschaft

Amerika und Europa können die Golfregion aus eigenem Interesse nicht anderen Akteuren überlassen – nicht einer anderen externen Macht, wie etwa Russland, und noch weniger Iran.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/persischer-golf-poker-zwischen-usa-iran-und-russland-16284401.html

Kommentar GB:

Iran befindet sich – aus meiner Sicht – mit Rußland und im Hintergrund China in einer taktischen (!) Allianz, bei der es Rußland und China um indirekten geopolitischen Einfluß in der Region geht, während der schiitische Iran im Irak, in Syrien und im Libanon, evtl. auch in Jordanien mit dem saudisch-sunnitischen Einfluß rivalisiert: die Hizbollah im Libanon  und die Hamas im Gaza-Streifen sind vorgeschobene Brückenköpfe des Iran gegen Israel, das sich dieser realen  militärischen Bedrohung zu erwehren gezwungen ist. Auch das syrische Assad-Regime, das sich dank Rußland hat behaupten können, gehört hierzu.

Das US-Saudische Kernbündnis steht auf der anderen Seite; es ist interessiert an der Denuklarisierung des Iran und an der Zurückdrängung des schiitischen Einflusses in den südlichen und südwestlichen Randbebieten der Regionalmacht Iran (Irak, Syrien, Libanon, Jordanien). In geopolitischer Hinsicht geht es ihm darum, Rußland und China den Zugang zum iranischen Öl zu erschweren oder zu versperren. Und in regionalpolitischer Hinsicht geht es den USA um die außenpolitische Stabilisierung Israels. Der mittlerweile militärisch eliminierte IS war – ähnlich wie Al-Qaida – so etwas wie ein sunnitischer Irrläufer, eine Art koranisch aufgeladener und scharf gemachter Zombie der Vorkriegs-Irak-Ära unter Saddam Hussein. Der „Kalif“ dieses IS-Terrorhaufens soll sich noch irgendwo in dem Gebiet aufhalten.