Medienspiegel

Anmerkungen zur Endzeitler-Sekte

Dirk Maxeiner / 11.08.2019

Der Sonntagsfahrer:

Fahrgemeinschaft zum Weltuntergang

(…) „Alles wurde besser. Die Lebenserwartung stieg von etwas unter 70 Jahren damals auf knapp 80 Jahre heute, dank mehr Wohlstand, besserer Ernährung, besserer Medizin. Der Fortschritt wirkt lebensverlängernd, weshalb ich nicht ganz verstehe, warum man ihn jetzt wieder abschaffen will. Es sei denn, man plant, die Alten auf diese Art und Weise zu entsorgen, wobei die Jungen bedenken sollten, dass sie die Alten von morgen sind. Das Land und die Stimmung haben sich merkwürdig verändert.

Der Weltuntergang ist dieser Tage unser ständiger Begleiter – und um ihn abzuwenden, soll es zurückgehen in die gute alte Zeit ohne Flugreisen, Auto, Supermärkte, industrielle Landwirtschaft und Fleischtheken – als die Menschen noch mit 40 Jahren (1870) glücklich und gesund starben.

Der Soziologe Gerhard Schulze liefert für die geistige Befindlichkeit folgende Erklärung. „Menschen, die nach oben wollen, haben Mittelkrisen, Menschen, die oben sind, haben Sinnkrisen.“ In seinem Buch Die Erlebnisgesellschaft schreibt er weiter: „Diese sind noch unterwegs, jene schon angekommen; diese leben im Zustand der Hoffnung, jene häufig im Gefühl der Ratlosigkeit; diese haben die Pointe ihrer Existenz noch vor sich, jene müssen sich überlegen, was danach kommt.“ (…)

https://www.achgut.com/artikel/der_sonntagsfahrer_fahrgemeinschaft_zum_weltuntergang