Medienspiegel

Die Castingshow der SPD

Die Castingshow der SPD

Freitag, 30. August 2019

„Die SPD übertrifft sich selbst. Sogar die Suche nach dem nächsten Parteichef läuft ihr aus dem Ruder. Vieles an ihr wirkt selbst auf SPD-Funktionäre skurril. Die Bürger reagieren gelassen. Sie haben sich daran gewöhnt, dass es in der SPD bizarr zugeht. Das Abstruse an ihr wird längst als normal wahrgenommen, wie die Kandidatur des Ex-NRW-Finanzministers Walter-Borjans.

Wie im privaten TV

Er und fast zwei Dutzend SPD-Mitglieder glauben, sie könnten die verdorrende Partei, die mehr als 400.000 Mitgliedern zählt, aber bei den Wählern nur 13, 14 Prozent Zustimmung findet, vor dem Absterben bewahren und zu neuer Blüte führen.

Es könnten sogar noch mehr Aspiranten für den Führungsposten zusammenkommen. Interessenten müssen sich allerdings beeilen. Die Partei hat führungswilligen Mitgliedern eine Meldefrist gesetzt. Sie läuft am 1. September aus.“ (…)

Die Castingshow der SPD

Kommentar GB:

„Mit der Suche nach dem neuen Vorsitzenden verschärft sich der Machtkampf, den die Flügel der SPD seit Jahrzehnten in aller Öffentlichkeit hemmungslos austragen. Er ist der wichtigste Grund für den immer stärkeren Bedeutungsschwund der Partei.“

Aus meiner Sicht stimmt das nicht. Der wichtigste Grund liegt m. E. , wie ich mehrfach geschrieben und betont habe, darin, daß die SPD seit langem eine mehrheitsorientierte durch eine minderheitsorientierte Politik ersetzt hat, und daß sie sich nicht nur hartnäckig an diese ihre Fehlentscheidungen und -orientierungen klammert, sondern daß sie diesen Kurs deutlich wahrnehmbar immer weiter verschärft, wie die Beispiele „Paritätsgesetz“ und „SPD-Entwurf Neues Gleichstellungsgesetz in Niedersachsen“ zeigen.

Diese interessenpolitischen Fehlorientierungen sind m. E. entscheidend, hinzu kommt, daß die SPD personell nichts mehr zu bieten hat, und das ziemlich offensichtlich. Der interne Zoff ist dann bloß ein weiterer Minuspunkt.