Die Zukunft ist kitschig

„Wie die grüne Fraktionsvorsitzende Hartz4 und Care-Arbeit erklärt

Im Interview mit der Tageszeitung taz erklärt die grüne Fraktionsvorsitzende noch einmal die Hartz4-Reformen, stellt einen Zusammenhang mit der Rede von der angeblich weiblichen „Care-Arbeit“ her und zeigt dabei ganz aus Versehen, warum Grüne und SPD mit der Idee sozialer Gerechtigkeit nichts mehr anfangen können.

„Die Zukunft ist feministisch“, verkündet die grüne Fraktionsvorsitzende im Bundestag und dessen ehemalige Vizepräsidentin, Katrin Göring-Eckardt, gerade im Interview mit der Tageszeitung taz.  Was die Zukunft angeht, bleibt also glücklicherweise alles beim Alten – weiblich jedenfalls ist sie schon mindestens seit den Achtzigern.

Ich möchte nun natürlich keine Spaßbremse sein und fragen, was denn eigentlich so toll ist an einer Zukunft, die ungefähr die Hälfte der Menschheit ausschließt und die verbleibenden Hälfte auf die richtige politische Gesinnung festlegt. Stattdessen lohnt es sich, darauf zu achten, was sich eine der wichtigsten Personen einer der wichtigsten deutschen Parteien eigentlich unter einer feministischen Zukunft vorstellt.

Denn da wir mit dieser Zukunft schon lange leben, erklärt Frau Göring-Eckhardt damit ganz aus Versehen vieles über die Politik der letzten Jahrzehnte. Und das gilt nur am Rande für die Geschlechterpolitik.“ (…)

„Der Kommentator crumar hat gerade im Blog Alles Evolution die Rede von der Care-Arbeit scharf kritisiert:  Eine Frau, die so rede, gehe stillschweigend und selbstverständlich von einer Situation aus, in der „ein anderer seine Arbeitskraft verkauft hat, um für ihre Reproduktion zu sorgen“.“ (…) „Die Rede von der angeblich weiblichen Care-Arbeit beruht also darauf, dass vergleichbare oder sogar identische Tätigkeiten bei Männern als Freizeitgestaltung, bei Frauen als Arbeit verbucht werden.“ (…)

Die Zukunft ist kitschig

Kommentar GB:

Der Artikel ist in voller Länge und in allen seinen Aspekten sehr lesens- und bedenkenswert!