Identitätspolitik und Hass

Von der Absurdität und den Schrecken politischer Reinheitsrituale

Von der Aufregung über eine pubertäre Smoothie-Werbung bis zu Attacken in sozialen Netzen: Eine linke Identitätspolitik etabliert konsequent eine ungleiche Kommunikation, die zivile Strukturen ausnutzt und sie zugleich angreift – in der über andere geredet wird und nicht mit ihnen – und in der die Fähigkeit zur Selbstreflexion verloren geht.

So sehr ihre Vertreter auch auf den Unterschieden zur rechten Identitätspolitik beharren, sind die Gemeinsamkeiten doch unverkennbar.

Identitätspolitik und Hass

Kommentar GB:
„Eine linke Identitätspolitik etabliert konsequent eine ungleiche Kommunikation, die zivile Strukturen ausnutzt und sie zugleich angreift – in der über andere geredet wird und nicht mit ihnen – und in der die Fähigkeit zur Selbstreflexion verloren geht.“
Schoppe meint hier mit „links“ das, was ich als „postmodern-pseudolinks§ bezeichne. Aber davon abgesehen, trifft seine Kritik den zentralen Punkt. In allen mir bekannten feministischen Schriften wir nicht auf sachlich-kritische Argumente eingegangen. Statt dessen werden Kritiker als „hater“ oder als was auch immer angegriffen und ausgegrenzt. Das ist das genaue Ggenteil dessen, was Habermas unter dem Begriff eines herrschaftsfreien Diskurses tendenziell erreichen wollte. Der herrschaftsfreie Diskurs war von ihm als Ideal gefaßt, nicht als Realität, so daß es   als regulative Idee und somit als Maßstab kommunikativen Handelns gelten sollte. In diesem Punkt kann ich Habermas nur zustimmen. Allerdings vermisse ich seine öffentliche Kritik an postmodern-pseudolinken Verhältnissen, in denen offensichtlich das Gegenteil dessen praktiziert wird, was sein Kommunikationsideal normativ zum Ausdruck bringt.