Judith Butler

Leidensgesänge einer Schmerzensfrau

Judith Butler wird an den Universitäten als Gendertheoretikerin verehrt. Dabei hat sie ihre Theorie längst einer politischen Ideologie geopfert, die Unterwerfung lehrt.
Von Marco Ebert

https://edition.faz.net/faz-edition/geisteswissenschaften/2019-08-14/382657d5df732ce5989dd4f9f29a5afa/?GEPC=s9

Kommentar GB:

Ich bin zwar versucht, das alles als queeren Quatsch abzutun, aber so schnell ist man leider nicht damit fertig; es ist leider ernster:

(…) „Durch die radikale Ablehnung liberaler und linker Freiheitsvorstellungen samt deren Kernbegriffen Universalismus, Subjektivität und Individuum nähert sich Butler den Positionen islamistischer Ideologen an. Das tut sie, indem sie eine Neudefinition von Freiheit fordert, die nicht mehr auf Subjektivität, sexueller und künstlerischer Ausdrucksfreiheit beruht, sondern vom Begriff der Handlungsfähigkeit (agency) ausgeht: Agency „erlaubt diverse Praktiken als Ausdruck von Freiheit vorzustellen, die nicht unbedingt dem Individuum entspringen oder irgendeiner innerlichen Vorstellung von Selbstbestimmung“. Eine solche Praktik ist für Butler beispielsweise die „Freiheit, eine Burka zu tragen“.

Es ist evident, dass diese „Freiheit“, die sich nicht mehr aus der Idee der Selbstbestimmung des weiblichen Individuums herleiten soll, die Freiheit des patriarchalen Kollektivs meint, über den Frauenkörper zu verfügen. Butler kann diese Form von Freiheit nur legitimieren, indem sie das für die eigenen Überlegungen zum Geschlecht so zentrale Konzept der „Sozialisation“ fallenlässt und durch ein individualistisches Argument ersetzt: Erblickt eine Frau in ihrer eigenen Verhüllung ihre Freiheit, so sei dies nicht Ergebnis der Deformation des Individuums durch eine patriarchale Kultur, sondern als Handlungsfähigkeit und Ausdruck einer neuen Form von Freiheit zu akzeptieren.“ (…)

Und was Judith Butler generell angeht: sie bearbeitet auf verquere Art und Weise ihren Lesbianismus, das ist im Grunde alles, was dazu zu sagen ist. Der einfache Fehler, der gemacht wird, besteht darin, dem eine überindividuelle Bedeutung zuzuweisen. Die hat sie eben nicht.

https://www.mena-watch.com/wie-eine-gender-theoretikerin-dazu-kommt-die-burka-zu-loben/