Leila Khaled: Der ungebrochene Hass einer palästinensischen Terroristin

Stefan Frank / 30.08.2019 /

„Am Abend des 29. August 1969 explodierte auf der Landebahn des Flughafens Damaskus eine Boeing 707 der amerikanischen Fluggesellschaft TWA. Beim ersten Versuch war die Sprengung missglückt. Leila Khaleds Komplize Salim Essawai, mit dem zusammen sie das Flugzeug mit 113 Personen an Bord auf dem Flug von Rom nach Athen in ihre Gewalt gebracht hatte, kletterte noch einmal in die Maschine. Als er wieder an der Luke erschien, winkte er Leila Khaled zu, beide gingen in Deckung. Das Flugzeug explodierte und brannte aus. Für Khaled war es ein „Freudenfeuer“. So beschreibt sie es in ihren Memoiren, die ein kanadischer Sozialwissenschaftler im Juli 1971 auf der Grundlage eines fünftägigen Gesprächs mit ihr aufschrieb und 1973 veröffentlichte.

Die syrischen Behörden ließen 95 der Passagiere und die zwölf Crew-Mitglieder ausreisen, behielten aber sechs israelische Passagiere als Geiseln, um sie als Pfand zur Freipressung von in Israel inhaftierten Syrern zu benutzen. Am 31. August wurden vier von ihnen freigelassen; die übrigen beiden kamen am 5. Dezember zusammen mit zwei gefangenen israelischen Piloten frei, im Gegenzug für die Freilassung von 71 in Israel gefangenen Syrern. Khaled und Essawai wurden am 13. Oktober 1969 auf freien Fuß gesetzt, ohne dass gegen sie Anklage erhoben worden wäre und konnten ausreisen. Im September 1970 entführte Khaled erneut ein Flugzeug.

Khaled hatte sich 1967 der neugegründeten marxistisch-leninistischen Terrororganisation „Populäre Front zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) angeschlossen, der nach der Fatah zweitstärksten Fraktion des Terrorbündnisses PLO. Ihre 1974 auch auf Deutsch erschienenen Memoiren (Leila Khaled: Mein Volk soll leben. Autobiographie der palästinensischen Revolutionärin) zeigen sie als wahnhafte, kaltblütige und unbarmherzige Fanatikerin, der kein Menschenopfer zu groß ist, um Israel zu zerstören. Ihren Eltern, mit denen sie im April 1948 als Vierjährige vor den Gefechten aus Haifa geflohen war, hatte sie einst geschworen: Dass sie die „Zionisten“ aus „Palästina“ vertreiben und nach Haifa zurückkehren werde.“ (…)

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