Nein, die SPD ist wirklich nicht zu beneiden

von Peter Hausmann  –  4.08.2019

(…) „Auch in Deutschland wächst die Gefahr, dass sich die Wählerinnen und Wähler die Frage stellen, warum man die SPD eigentlich noch braucht. Die Partei betreibt eine Politik, die mehr und mehr an der Lebenswirklichkeit und dem Lebensgefühl der großen Mehrheit der Deutschen vorbei geht.“ (…)

Vor allem fehlt es an charismatischem Führungspersonal, wie einst in den guten alten 70er-Jahren als der „Genosse Trend“ wie im Traditionslied der SPD noch „Seit an Seit“ mit den Genossen „marschierte“. “ (…)

„Mich erinnert das an den utopischen Roman „Insel der Ungeborenen“, das letzte Werk von Franz Werfel, erschienen 1947 nach seinem Tod. Werfel war als jüdischer Mensch vor den Nazis in die USA geflohen.

Im neunten Kapitel des Romans schreibt er irgendwie seherisch über die Deutschen:

„Zwischen Weltkrieg Zwei und Drei drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Der Gebrauch des Wortes ‚Humanitätsduselei‘ kostete achtundvierzig Stunden Arrest oder eine entsprechend hohe Geldsumme. Die meisten der Deutschen nahmen auch, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Humanität und Güte erschien ihnen jetzt der beste Weg zu diesem Ziel.  …….. Sie waren, mit einem Wort, echte Schafe im Schafspelz. Da sie aber selbst dies krampfhaft waren, glaubte es ihnen niemand, und man hielt sie für Wölfe.“

Ein weiterer Kommentar erübrigt sich.“

https://www.theeuropean.de/peter-hausmann/von-spezial-und-sozialdemokraten/

Kommentar GB:

So ist das. Der Artikel ist insgesamt sehr lesens- und empfehlenswert!

Und eine treffendere Antizipation der heutigen Lage läßt sich nicht denken.