Das Deutschland der Phantasten

Annette Heinisch / 16.09.2019 /

(…) „Die Methode Merkel

Was passiert? Bertha hat äußerst geschickt die Kommunikation von der (tendenziell eher männlichen) Sach- auf die (tendenziell eher weibliche) Beziehungsebene gelenkt. Deborah Tannen, Professorin für Linguistik, beschrieb dieses Phänomen der verschiedenen Kommunikationsebenen mit den daraus folgenden Störungen sehr anschaulich und oft auch lustig in ihren Büchern, zum Beispiel „Du kannst mich einfach nicht verstehen – Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden“.

In dem Sketch ist der Eierkocher der weiße Elefant im Raum. Er ist die sich objektiv aufdrängende Lösung für das Problem, dass das Ei mal hart und mal weich ist. Damit würde das gewünschte Ergebnis zuverlässig erreicht, das Problem wäre gelöst. Bertha hätte entweder gleich einen Eierkocher nutzen können, zumindest aber einräumen, dass ihre Eierkochkünste nicht überzeugen. Statt aber einen Fehler einzuräumen, schiebt sie die Kommunikation von der Sachebene weg auf die Beziehungsebene und stilisiert sich als armes, unterdrücktes Opfer. Er weist auf ihren Fehler hin und wird dafür abgestraft, indem er als der böse, herzlose und grausame Mann gebrandmarkt wird.

Es ist ein typisches Merkmal der Merkel-Zeit, vielleicht auch eines aufkommenden Matriarchats, dass unter ihrer Führung genau diese Verschiebung der Kommunikation von der Sach- auf die Beziehungsebene erfolgt ist.

Der Sketch von Loriot zeigt die Methode Merkel.

Bei der Klima-Debatte entspricht die Kernenergie sowie die Maßnahmen, CO2 aus der Luft zu filtern, dem Eierkocher. Diese Debatten werden aber ebenso wenig diskutiert wie Bertha eine Diskussion über den Eierkocher zulässt. Stattdessen kreist die Debatte um die Opfer des Klimawandels, unsere Schuld und die angebliche Pflicht, der gesamten Welt als Vorbild zu dienen – die sich darum aber nicht im geringsten kümmert.“ (…)

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