Die LINKE wird zu einer Kleinpartei schrumpfen

von Ulrich Berls   –   2.09.2019

Die Wahlen in Brandenburg und Sachsen waren ein Fiasko für die Linkspartei. Sie wurde beinahe halbiert und hat es in beiden Ländern nur noch hauchdünn geschafft, wenigstens über 10 Prozent der Stimmen zu holen.

https://www.theeuropean.de/ulrich-berls/warum-sahra-wagenknecht-recht-behielt/

und ergänzend, recht interessant:

https://www.tagesspiegel.de/politik/die-landtagswahlen-im-blog-linke-chefin-kipping-fordert-neuaufstellung-ohne-tabus/24964996.html

und:

Die Linkspartei braucht einen konsequenten und schnellen Wechsel in Ausrichtung, Parteiführung und Erscheinungsbild. Die Probleme der Partei liegen offen zutage – die nun geforderte „Analyse“ darf nicht zur Verschleppung der offensichtlich nötigen personellen und inhaltlichen Konsequenzen führen. Von Tobias Riegel.

LINKE hört (endlich) die Signale: Die Wahlschlappen müssen Folgen haben

Kommentar GB:

Über die heutige LINKE kann man gerade aus altlinker Perspektive seit langem nur noch den Kopf schütteln, und wer wissen will, was damit gemeint ist, der höre sich an, was z. B. eine Ulla Jelpke im Bundestag so von sich gibt: Den LINKEN-Wähler, der das nicht zum Anlaß nimmt, alternativ zu wählen, den möchte ich sehen. Man kann sich ebenso die laufend wiederholten halb hochmütig-beschränkten, halb leicht verwirrt gestammelten Phrasen der fabelhaften Doppelspitze der LINKEN anhören, um zu wissen, was mit einer Partei los sein muß, die darin nun eine fähige Führung sieht. Daher ist das Ergebnis der Wahlen folgerichtig: Das Urteil der Wähler ist ein zutreffendes Urteil. Und der Einschätzung von Ulrich Berls ist m. E. zuzustimmen, allerdings erwarte ich nicht, daß Sarah Wagenknecht die rettende Führungsfigur werden könnte und dürfte. Es ist – sehr wahrscheinlich – vorbei, und dasselbe gilt das wohl ebenso für die SPD, die genauso eklatante inhaltliche und personelle Schwächen aufweist, und die ebenso unfähig ist, daraus die richtigen und nötigen Schlußfolgerungen zu ziehen.

Wer nicht hören will muß fühlen.

Und hören wollten und wollen sie ja allesamt nicht, wie man täglich vernehmen kann.

Dann also fühlen. –

Anabel Schunke hat zum Ausgang der beiden Landtagswahlen einige einleuchtende Überlegungen und Einschätzungen vorgetragen. Zitat:

(…) „Es ist an der Zeit, zu erkennen, dass man mit dem üblichen Geschwafel nicht mehr weiterkommt. Dass es nicht vorrangig darum geht, wie viele Hausbesuche jemand macht und ob er sich um die „Ostthemen“ bemüht, sondern um eine Abkehr von der derzeitigen Asyl- und Migrationspolitik. Um einen funktionierenden Rechtsstaat, um Sicherheit, Verteilungsgerechtigkeit, um gute Bildung, mehr Netto vom Brutto und eine gute Infrastruktur.

Um alles, was in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurde, weil es den Etablierten wichtiger war, auch jene zu alimentieren und unkontrolliert ins Land zu lassen, die kein Anrecht auf Schutz und Hilfe haben. Ob die AfD es besser machen würde, steht auf einem anderen Blatt. Aber sie wirbt damit, etwas zu stoppen, was ein wachsender Teil der Bevölkerung nicht mehr will. Darum geht es letztlich und um nichts anderes.“ – Das, in der Tat, ist genau der Punkt!

https://www.achgut.com/artikel/hilfe_jung_und_gebildet_hat_afd_gewaehlt_

 

Kipping und Riexinger sollten gehen. An ihre Stelle müssen Personen treten, die die Breite der Linkspartei vertreten. Ohne Streit.

(…) „Die Parteiführung starrt derweil wie das Kaninchen auf die Schlange auf die dritte Landtagswahl des Jahres, am 27. Oktober in Thüringen. Sie hofft auf den „Amtsbonus“ des einzigen linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Nahezu flehentlich wird appelliert, Debatten über die allgemeine Ausrichtung der Partei auf die Zeit danach zu verschieben. Doch selbst, wenn es Ramelow gelingen sollte, seine Position zu verteidigen, wäre das bestenfalls ein kleiner Aufschub. Denn bundesweit wird die Partei längst als eine Art linker Flügel eines „ökoliberalen Blocks der Mitte“ wahrgenommen, zu dem neben den Grünen auch die SPD, die FDP und gewichtige Teile der CDU/CSU gehören, die längst umfänglich miteinander kompatibel sind, wie die bunte Koalitionslandschaft zeigt. Und der AfD wurde die Rolle der einzigen gesellschaftlichen Opposition gegen diesen Block kampflos eingeräumt.“ (…) Quelle:

https://www.cicero.de/aussenpolitik/landtagswahlen-die-linke-absturz-sahra-wagenknecht-katja-kipping?utm_source=cicero_Newsletter

 

Nun zu CDU und SPD: noch geht das so, noch, aber wie lange noch?

https://www.nzz.ch/international/alle-gegen-einen-die-bilanz-der-kollektiven-anti-afd-strategie-ist-durchzogen-ld.1506002

https://www.cicero.de/innenpolitik/spd-cdu-landtagswahl-sachsen-brandenburg-theater?utm_source=cicero_Newsletter

https://www.cicero.de/innenpolitik/landtagswahlen-sachsen-brandenburg-afd-alt-jung?utm_source=cicero_Newsletter

sowie:

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5683341/AfDGauland_Mittelfristig-wird-sich-buergerliche-Mehrheit-durchsetzen