Die Taqiyya-Meister in Teheran

Trump spricht laut, trägt aber keinen Schlagstock –
Iran ist es gelungen, den US-Präsidenten in eine Falle zu locken
Vorderhand scheint Donald Trump nichts von einem militärischen Vergeltungsschlag gegen Iran wissen zu wollen. Stattdessen setzt er auf sein bereits gescheitertes Rezept: eine Verschärfung der Sanktionen. Bis zum nächsten iranischen Inferno ist es nur eine Frage der Zeit.
Christian Weisflog, Beirut 18.9.2019

https://www.nzz.ch/international/anschlag-auf-oelraffinerie-teheran-draengt-trump-in-eine-falle-ld.1509613

https://www.nzz.ch/international/die-saudi-sind-nicht-bereit-fuer-einen-krieg-ld.1509079

https://www.nzz.ch/international/angriff-auf-saudiarabien-soll-von-basis-in-suediran-aus-erfolgt-sein-ld.1509373

https://www.nzz.ch/international/irans-regime-kann-vor-dem-satan-nicht-kuschen-ld.1492610

Kommentar GB:

Der Konflikt zwischen dem Weißen Haus und dem Iran eskaliert seit einiger Zeit, Stufe um Stufe. Daß daß WH wenig von dem Vertrag zwischen Iran, der EU und den USA hielt, das ist nachvollziehbar, wenn man einerseits den schwerwigenden Mangel an Vertrauen bedenkt und andererseits den Umstand der Befristung des Vertrages: bestenfalls einige Jahre lang konnte ein solcher Vertrag als Lösung des Kernwaffenproblems angesehen werden. Die diesbezügliche Nervosität Israels war und ist mehr als verständlich.

„Es war der grösste Angriff auf die Kernregion der globalen Erdölversorgung seit dem Golfkrieg 1991. Mit 7 Marschflugkörpern und 18 Drohnen gelang es dem Aggressor am Samstag, die saudische Erdölproduktion zu halbieren. Ob direkt oder indirekt, für diese hochpräzise Operation kann es nur einen Verantwortlichen geben: Iran. Zu diesem Ergebnis kam nun auch das saudische Militär. Ohne Zweifel stehe Teheran hinter den Attacken, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Riad. Er präsentierte dabei Trümmer der verwendeten Waffensysteme. Bei den Marschflugkörpern soll es sich um eine Variante der iranischen Ya-Ali-Rakete handeln. Diese hätten nur eine Reichweite von 700 Kilometern und könnten deshalb nicht von den Huthi-Rebellen in Jemen abgefeuert worden sein, meinte der Sprecher. Die Angriffe seien von Norden her erfolgt.“ (…)

„Während Trump zögert, gibt sich Teheran selbstbewusst. In einer durch die Schweiz an die USA überreichten diplomatischen Note beteuerte Iran erneut, nichts mit den Angriffen vom Samstag zu tun zu haben. Gleichzeitig warnte die Islamische Republik die USA vor einem Militärschlag. Ein solcher würde mit sofortiger Vergeltung, die sich nicht nur auf den unmittelbaren Angreifer beschränkte, beantwortet. Iran nähme also nicht nur amerikanische Ziele, sondern erneut auch Verbündete der USA wie etwa Israel oder andere Golfstaaten ins Visier. Die Huthi drohten am Mittwoch damit, künftig auch Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) anzugreifen.“