Eine erste Einsicht –

immerhin, wenigstens etwas …
Die Dramatisierungsreserven sind unendlich – die sechs Gebote des moralischen Journalismus
Der linksliberale Zeitgeist hat bei den deutschen Medien die Kraft überzeugender Argumente längst abgelöst. Ein kleiner Katechismus des moralisch guten Gewissens – von der rechten Gefahr bis zum unausweichlichen Klimawandel.
Susanne Gaschke 12.9.2019

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-sechs-gebote-des-moralischen-journalismus-ld.1507383

Kommentar GB:

Den Parteien täte eine solche selbstkritische Wahrnehmung gut, aber ich wäre sehr überrascht, wenn sie sich dort Geltung verschaffte. Wichtig für alle Parteien wäre es, eine Einsicht in die Illusion der „Elitenüberlegenheit“ zu gewinnen, aber das wird, wenn überhaupt möglich, sehr schwer werden. Es werden Informationsvorsprünge mit Verständnis verwechselt, und es wird dogmatisch vorausgesetzt, daß „die (jeweilige) Partei (sowieso) immer recht habe“. Das aber sehen die Wähler nun anders, sogar ganz anders. Und für die informierten Bürger gilt das in besonderem Maße. Die phrasenhaften Verbalabsonderungen der Politik werden einfach als „das übliche Gerede“ abgehakt und übersprungen.

Die Politik braucht offenbar den Hinweis darauf, daß es um die realen Probleme in der Gesellschaft geht, denn sie sind es, die den Wählern auf den Nägeln brennen. Für sie werden praktische Lösungen verlangt, die den Interessen der Wähler entsprechen, und nicht etwa den Planungen der UN, der EU oder der Regierungen.

Aber was sind die Interessen der Wähler im Hinblick auf dieses oder jenes Problem, und wie werden diese Interessen begründet? Das wäre doch einmal etwas, worüber ergebnisoffen nachgedacht und gesprochen werden könnte und sollte, meinen Sie nicht?