Klimawandel

Michael Mansion 

GMX hat offenbar zusammen mit UNICEF eine rührselige Kampagne gestartet, wo es um Spenden für vom Klimawandel bedrohte Regionen geht. Sie haben dabei wie nicht anders zu erwarten die Kinder in den Mittelpunkt gestellt, was ja stets den Moralnerv treffsicher findet.
Für bedrohte Menschen etwas machen zu wollen ist ja nicht schlecht, aber hier hat das wieder ein Geschmäckle und ich habe auf deren Mail geantwortet.

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Betreff: Klimawandel
Datum: Wed, 11 Sep 2019 10:47:15 +0200
Von: Michael Mansion <mansion.michael@gmx.de>
An: GMX hilft UNICEF <mailings@mailings.gmx.net>

Sehr geehrte Damen und Herren,

da es in der Erdzeitgeschichte aus den unterschiedlichsten, z.T. aber auch aus konstanten Gründen immer einen Klimawandel gegeben hat, begreife ich die derzeitige Kampagne als eine Mahnung an alle diejenigen, die man für einem vom Menschen verursachten Anteil am Klimawandel verantwortlich macht.
Die aktuelle Sprachregelung hat sich offensichtlich darauf verständigt, „den vom Menschen gemachten Klimawandel“ ins Zentrum der Debatte zu stellen, wobei für diese Behauptung wissenschaftliche Seriösität unterstellt wird.
Nun ist die Klima-Wissenschaft eine sehr junge Disziplin, weil es noch nicht so lange verlässliches Zahlenmateial gibt und bei aufmerksamer Beobachtung der aktuellen Debatte fällt auf, dass die überwiegende Mehrzahl der Wissenschaftler zwar einen menschlichen Anteil an Klimaveränderungen für möglich hält, jedoch nicht im Sinne einer Totalität und auch nicht im Hinblick auf die Unterstellung, dass primär eine höhere CO²-Konzentration die Durchschnittstemperaturen antreibt. Zum Ende der letzten Eiszeit vor 19000 Jahren stiegen nämlich zunächst die Temperaturen (diese Tendenz ist mit Schwankungen seitdem ungebrochen) und erst reichlich 1000 Jahre später stieg der CO²-Anteil. Dies ist das Ergebnis von Bohrungen im arktischen Eis.
Eine wirklich ernsthafte Debatte zum Thema der menschlichen Oxydationswirtschaft mit ihren unvermeidlichen Derivaten, würde voraussetzen, das primär westliche Wohlstandsmodell grundsätzlich in Frage zu stellen.
Dieses Modell, welches vom Nordpol bis nach Patagonien mit der Vorstellung von einem besseren und bequemeren Leben, etwa auf dem Niveau einer US Mittelstandsfamilie verbunden ist, genießt eine globale Akzeptanz, womit es sich zugleich rechtfertigt.
Wir erleben in den sog. Schwellenländern, dass alle politischen Anstrengungen exakt in eine Richtung laufen (Industrialisierung), welche alleine imstande ist, dieses Wohlstandsversprechen zumindest für eine privilegierte Klasse einzulösen.
Dies wäre also – bei Unterstellung der daraus resultierenden Schäden – im Grunde genau das Versprechen, welches nicht eingelöst werden dürfte und selbstverständlich müssten sich auch die westlichen Wohlstandsgesellschaften nicht nur von der fossilen Verbrennung, sondern von einem Ressourcenverbrauch verabschieden, dessen Fortbestand nur militärisch zu sichern ist.
Der Lebensstandard läge dann etwa auf dem Niveau (bezogen auf Deutschland) der Nachkriegszeit, also der 50er Jahre.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies (für irgend eine Partei) politisch vermittelbar wäre.
Dieses Dilemma dürfte sogar bei dem Grünen bekannt sein, weshalb man sich dort in eine moralisierende Verbotskultur gerettet hat, die offensichtlich viel Zuspruch erfährt, so lange niemand gezwungen ist, seinen Livestyle grundsätzlich (und nachhaltig) zu verändern.
Es soll auch und gerade beim vorangestellten Hinweis auf bedrohte Kinder im Rahmen von Klima und Umweltkampagnen das schlechte Gewissen der Besitzenden, zumindest nicht primär gefährdeten Zeitgenossen bemüht werden, aber die Frage ist erlaubt, an was denn realistisch, über das Karitative hinausreichend gedacht ist.
Der Umstieg aufs Fahrrad wirds alleine nicht richten und was die beabsichtigte Energiewende angeht, so will sich Deutschland offensichtlich alleine nur von regenerativen Energien abhängig machen. Das wird von führenden Fachleuten widerlegt, zugleich jedoch politisch ignoriert.
Selbstverständlich könnten wir auch hier auf einem Standard leben, der dem Südindiens entspricht. Da dies in freier demokratischer Abstimmung keine Zustimmung finden wird, bliebe noch die autoritäre Variante, die sich anbahnt, denn zumindest sind die Deutschen bislang zu keiner sie betreffenden wichtigen Angelegenheit in den letzten 20 Jahren befragt worden und ich fürchte, dass sie das auch weiterhin mehrheitlich nicht einfordern.

Mit den besten Grüßen
Michael Mansion