Landtagswahlen in Ostdeutschland

Auf in den Nahkampf

Wer mit Rechtspopulisten nicht reden will, findet sich damit ab, dass sie bleiben.

https://www.zeit.de/2019/37/landtagswahl-sachsen-brandenburg-afd-spd-cdu-gruene

Kommentar GB:

Eine nachdenkliche und bedenkenswerte Anmerkung des Autors lautet:

(…) „Man kann aber jetzt schon sagen, was bislang in keiner Weise geholfen hat. Die Bestandsaufnahme ist für viele, die von Herzen ihren „Kampf gegen rechts“ führen, durchaus schmerzhaft: Aber nirgendwo ist zu beobachten, dass ein dezidiert linkes Programmangebot bei den Anhängern der Rechtspopulisten oder auch nur bei den Protestwählern verfangen würde. Die Partei, die das Linke sogar im Namen trägt, war in Sachsen und Brandenburg die größte Verliererin von allen. Auch dafür gibt es viele Gründe. Einer ist ganz sicher, dass die Linke die Menschen im Osten nicht mehr überzeugt, weil charismatische Persönlichkeiten wie Sahra Wagenknecht oder Gregor Gysi abtreten. Und weil eine neue Generation die Spitze übernimmt, die stark mit den städtischen und universitären Milieus verwachsen ist, bei denen es auch keine Berührungsängste zu Linksradikalen gibt. Bei ihren Wählern gab es die offenbar schon.“ (…)

Ein zentrales Problem dahinter ist das ebenso falsche wie absurde Selbstbild der postmodernen Pseudolinken im weitesten Sinne.  Ihre Selbstwahrnehmung hat mit der Realität wenig zu tun. Am Beispiel ihres verdrängten und verleugneten, als Anti-Zionismus rationalisierten und auf andere projizierten Judenhasses wird das erkennbar: nur zum Beispiel.

Es wird ebenso erkennbar anhand der einfachen Frage, wer wessen Interessen vertritt bzw. nicht vertritt.

Zu beobachten ist hierbei, wie mit bombastischer moralischer Großmäuligkeit, in der die beiden christlichen Kirchen in Deutschland unangefochtene Marktfüherer sind, begründet wird, daß den Interessen der Wählerschaft offensichtlich und hartnäckig zuwider gehandelt wird, weil das angeblich moralisch geboten sei, aber bei näherem Hinsehen taucht dahinter dann die politische Planung der EU und der UN auf. So eine Überraschung aber auch …

Das kann man alles machen,  und es wird ja auch gemacht, aber dann wundern sich nur noch Trottel darüber, daß die Wähler, die eben nicht so dumm sind wie die Gewählten, nunmehr anders wählen als die oberschlauen Gewählten, die sich selbst als „Erwählte“ mißverstehen, das von ihnen erwarteten. – Na wenn schon …

Und hier noch ein beachtenswerter Leserkommentar zu diesem ZEIT-Artikel:

#2  —  vor 1 Stunde

Ein schöner Artikel, der aber glaube ich zu kurz greift.
Ich bin Deutscher mit Migrationshintergrund, meine Eltern kamen aus anderen europäischen Ländern nach Deutschland. Ich bin also weder Nazi noch hasse ich Ausländer. Aber solange die AfD die einzige Partei ist, die:
– eine völlig andere, restriktivere Einwanderungspolitik will
– die Einwanderung durch‘s Mittelmeer mithilfe von NGOs als illegal einstuft und beenden will
– keine vereinigten Staaten von Europa will (also den Erhalt der europäischen Nationalstaaten will bei gleichzeitigem Erhalt der EU als Interessengemeinschaft europäischer Staaten)
– in der europäischen Kultur etwas bewahrenswertes sieht, was nicht beliebig ausgetauscht werden kann und soll
– den aus den USA importierten intersektionalen, postkolonialistischen Radikalfeminismus mit all seinen politischen, gesellschaftlichen und sprachlichen Blüten ablehnt –
solange wird die Partei für mich eine wichtige Aufgabe erfüllen. Ich bin ein liberaler und konservativer Mensch und möchte auch politische Vertretung, so wie es Grüne, Linke und Sozialdemokraten seit jeher haben.
Ich bin kein schlechter Mensch, weil ich die Partei wähle, die meinen Vorstellungen am nächsten kommt – ohne die Entgleisungen einiger Mitglieder gutzuheißen.