Sollten die Parteien jetzt ihre Männerpolitik überdenken?

Sollten die Parteien jetzt ihre Männerpolitik überdenken?

Ein Leserkommentar:

„Was wäre denn der Aspekt mit dem die anderen Parteien gerade männliche Wähler für sich gewinnen könnten? Über was müssten sie da nachdenken?“

Vor der Gründung der AfD kam mir häufiger der Gedanke, dass sich die typischen, etablierten und aus meiner Sicht falschen Formen des Feminismus sowie Gender Mainstreaming bzw. die Genderideologie nur parteiübergreifend abschaffen lassen. Im Prinzip ist das auch jetzt noch so.

Die Situation heute allerdings sieht so aus, dass die AfD die einzige Partei im Bundestag ist, die klar gegen die Genderideologie und gegen Gender Mainstreaming positioniert ist, und die auch am ehesten bereit ist, den Feminismus in Frage zu stellen.

Genau das ist dabei der eigentliche Knackpunkt für die anderen Parteien: Sie stellen fast nie den Feminismus und die Genderei in Frage. Sie helfen zusammen mit den Medien den Gendersens, jegliche Diskussion darüber zu tabuisieren. Damit ist eine parteiübergreifende Revision des Feminismus weiterhin vom Tisch.

Genau das wird bei vielen Männern mit dazu beitragen, dass sie die AfD wählen. Es trägt aber, wenn man an die Genderideologie und Gender Mainstreaming denkt, auch dazu bei, dass Frauen die AfD wählen. Auch Frauen sind oft gegen den Genderquark, gegen die Art des Sexualkundeunterrichts von heute (in dem die Zweigeschlechtlichkeit in Frage gestellt und mit Sexspielzeug hantiert wird), gegen Gendergaga und Sprachregelungen. Außerdem hat auch manche Frau kapiert, dass die etablierten Parteien nicht die Familie mit dauerhafter Ehe und Kindern stärken wollen, und dass ein Feminismus, der hysterisch jegliche Feminismuskritik tabuisiert, aber auch Kritik an wirklicher Frauenfeindlichkeit im islamischen Kulturkreis, ein Gaga-Feminismus ist, der ihnen nichts nützt.

Klar: Insgesamt ist die Geschlechterpolitik beileibe nicht der einizige Grund dafür, warum AfD gewählt wird. Es geht um viel mehr. Es geht um Migration, Islamisierung, um Internetzensur, um die Lügenpresse, darum, dass Politiker jahrzehntelang die sozialen Probleme chronisch ungelöst lassen und ständig neue schaffen, über Sprach- und Denkverbote usw.

Die etablierten Parteien haben im Moment nur einen Vorteil für Männer, wenn es jetzt nur um männerpolitische Anliegen geht: Sie sind im Gegensatz zur AfD gegen die Wehrpflicht. Davon abgesehen ist zur Zeit die AfD die Partei, die am ehesten für Männer wählbar ist, also wenn man jetzt nur männerpolitische Anliegen betrachtet.

Das große Dilemma der etablierten Parteien in Sachen Geschlechterpolitik ist, dass sie sich im Prinzip neu erfinden müssten, wenn sie für Männer wählbar sein wollten. In den Parteien gilt es als politischer Selbstmord, die weiblichen Wähler zu verprellen, z.B. dadurch, Feminismus und Genderei in Frage zu stellen. Außerdem sind die etablierten Parteien ziemlich gut vernetzt mit der Genderei. Feministinnen bzw. Gendersens machen in diesen Parteien Karriere. Genau wie sie in den Medien, der Academia usw. Karriere machen. Die etablierten Parteien gehören, so weit ich weiß, zum Netzwerk der Gendersens, genau wie die Mainstreammedien, die Hochschulen usw. – dieser Laden lässt sich so schnell nicht ausmisten, zumal bei den leisesten diesbezüglichen Versuchen ein medial gestützter Shitstorm losbricht, der die jeweils anderen Parteien, die den Laden in der Hinsicht gar nicht erst ausmisten wollen, sofort stärkt.

So läuft es bei den Etablierten unbefristet weiter, und das Thema überlässt man der AfD, die natürlich auch nicht jeder Mann wählen will – und in Medien/Politik und Bevölkerung spitzt sich der Kulturkampf zwischen „linksgrünversifft“ und „nazi“ weiter zu, als wären das bei sämtlichen Themen die einzigen Standpunkte, die man noch zur Auswahl hat, als gäbe es dazwischen gar nichts mehr.

Diese Situation ist weder gut für Geschlechter- und Familienpolitik, noch für andere Themen. Das ist alles festgefahren.

Es wird zu viel gegeneinander gekämpft, zu wenig miteinander geredet, und um Lösungen gerungen.

Aber es sind ja auch unvereinbare Gegensätze: Die einen sind für Gender Mainstreaming usw., die anderen dagegen. Und diese unvereinbaren Gegensätze gibt es bei manchem Thema.

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Ergänzend ein Radio-Interview mit Dr. Maaz:

https://www.ndr.de/info/Maaz-Ausgrenzung-der-AfD-verschaerft-Protest,audio556138.html

und etwas zum Schmunzeln:

https://www.achgut.com/artikel/das_gestaendnis