Medienspiegel

FREIE BAHN DEN WELTRETTERN

Veröffentlicht

Bettina Gruber

Aktualisiert: Sept 18

Der übliche und eigentliche Gegenstand ihrer Kolumne dient Bettina Gruber diesmal als Hinleitung zum Klima-Diskurs. Dieser ist nicht nur ein probates Einfallstor für Sozialisten aller Schattierungen, sondern beleuchtet unfreiwillig auch das Problem des politischen und massenmedialen Umgangs mit ungesichertem Wissen. Dabei profitiert er von einem neuem Typus kindlicher Selbstermächtigung, der sich in „I want you to panic“ Greta Thunberg nur personifiziert.

(…) „Das Problem ist, dass das (sehr europäische) Bild vom Aktivisten-Selbst und seine Möglichkeiten grotesk auseinanderklaffen, sobald es um die Komplexität schon der eigenen Gesellschaft, geschweige denn der Welt geht. Ein Riss bricht auf in Hinblick auf die Möglichkeit, zu verstehen, was da genau be- und worum gekämpft werden soll. Heldenhafter Einsatz wird gegen identifizierbare Gegner erbracht. Die Köpfe der Hydra bleiben zählbar, selbst wenn sie nachwachsen. Der Klimaaktivist dagegen kämpft auf entgrenztem Schauplatz gegen ein sich proteisch wandelndes Bündel von Hypothesen. Aus dem latenten Bewusstsein davon rührt die Lautstärke, mit der ein angeblicher Konsens „der“ Wissenschaft beschworen wird, und das unappetitliche Lechzen nach der Jagd auf Ketzer. Die Aggressivität verweist weniger auf den Weltuntergang als auf die Angst, dass das Ziel abhandenkommen und damit die eigene grandiose Bedeutung kollabieren könnte. Droht die Apokalypse dann doch nicht, entweicht die heiße Luft zischend aus den Ego-Ballons der vielen kleinen Thunbergs und Neubauers.“ (…) (Hervorhebung GB)

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