«Israel ist eine der grössten Erfolgsgeschichten des 20. Jahrhunderts»

Interview mit dem Historiker Tom Segev
In Israel lässt es sich heute besser leben als in den meisten anderen Ländern, erklärt der israelische Historiker Tom Segev. Aber der Preis für das Leben in einem unabhängigen Staat sei bis heute, dass es ein Leben in Frieden nicht gebe, sagt er.
Claudia Schwartz 23.10.2019

https://www.nzz.ch/feuilleton/tom-segev-israel-ist-eine-der-groessten-erfolgsgeschichten-des-20-jahrhunderts-ld.1515715

Kommentar GB:

Warum sind postmoderne Pseudolinke gegen Israel? Weil Israel so wenig perfekt ist wie irgendein anderes Land? Weil sie deshalb fallweise rationale Kritik äußern möchten?

Oder weil sie islamophil sind? Weil sie (meist) unbewußt Juden hassen? Weil sie wissentlich oder unwissentlich Dhimmis sind?

Weil sie gar nicht wissen, wer und was sie wirklich sind?

Was meinen Sie?

Ein m. E. sehr wichtiger Auszug aus dem empfehlenswerten Interview lautet:

(…) „Ben Gurion war schon 1919 der Auffassung, dass das Problem mit den Palästinensern nicht zu lösen sei, dass man es nur managen könne. Er hat es wirklich buchstäblich so gesagt. Es gab damals eine öffentliche Besprechung über die Frage, wie man die Beziehungen zu den Arabern gestaltet. Die verschiedenen Teilnehmer hatten alle möglichen Ideen: Wir müssen Arabisch lernen; die Araber müssen Hebräisch lernen. Und Ben Gurion hat sie sehr ungeduldig unterbrochen und sagte: Alle verstehen, wie schwierig das Problem der Beziehungen zu den Arabern ist, aber nicht alle verstehen, dass es dafür keine Lösung gibt. Es gibt keine Lösung. Es ist eine Kluft, die lässt sich nicht überwinden. In den folgenden Jahren, in denen er den zionistischen Kampf für die Entstehung Israels führte, blieb das seine Grundauffassung: Ein Teil des Preises für das Leben in einem unabhängigen Staat ist, dass es Leben ohne Frieden sein wird – und wahrscheinlich ein Leben von Krieg zu Krieg. Ich kann nicht sagen für alle Zeiten, aber auf absehbare Zukunft wird das so sein. Und heute meinen die meisten Israeli das auch. Die meisten Israeli sind heute der Auffassung, dass es keine Möglichkeit gibt, Frieden zu schliessen.“ (…)