Russland brilliert auf dem Schachbrett der Geopolitik

Die Meister und die Dilettanten
Der Kreml demonstriert in Syrien, wie man selbst mit bescheidenen Karten einen Machtpoker gewinnt. Moskaus Rezept besteht in einer Kombination von Diplomatie und militärischem Druck, Gestaltungswillen und Skrupellosigkeit. Der Westen sollte die Lehren daraus ziehen – und sich wappnen.
Andreas Rüesch 25.10.2019

https://www.nzz.ch/meinung/russland-brilliert-auf-dem-schachbrett-der-geopolitik-ld.1517721

https://www.nzz.ch/meinung/tuerkische-militaeroffensive-in-syrien-trumps-suendenfall-ld.1515712?reduced=true

https://www.nzz.ch/meinung/trump-verhilft-asad-und-putin-zum-triumph-ld.1515393?reduced=true

Kommentar GB:

Der Autor des Artikels artikuliert seine Sichtweise auf Grundlage der alleinigen Gültigkeit der Analyse und Strategie der Global Governance; daher die doppelte Frontstellung gegenüber US-Präsident Donald Trump und Rußland, dem „altbösen Feind“ – was selbstverständlich eine Projektion ist, die noch aus Sowjetzeiten stammt.

Aus israelischer Sicht ist weniger das Assad-Regime problematisch als der mehr oder minder große Einfluß des Iran auf dieses Regime, und insbesondere auf Hizbollah und Hamas. Von Rußland hat Israel hingegen nichts zu befürchten, und wenn Rußland statt Iran zu Assads Schutzmacht würde, dann läge das im Interesse Israels. Damit sollten zugleich die USA und die EU leben können.

Was auf die Tagesordnung gehört, das ist die kurdische Frage, also das Selbstbestimmungsrecht des kurdischen Volkes. Das wäre dann vor allem gegen die Türkei unter Erdogan gerichtet, dessen NATO-Rolle immer zweifelhafter und verzichtbarer wird, ebenso wie die Distanz der Türkei zur EU durch die islamisch orientierte AKP-Politik ständig zunimmt. Daraus sollten die EU und die Staaten Europas die nötigen und fälligen Schlüsse ziehen.

Ein neue Türkei-Politik ist vonnöten, ebenso wie eine neue Islampolitik; letztere sowohl außen- wie innenpolitisch.