Zur Kritik des Feminismus

Ingbert Jüdt über die seltsame ewige Gegenwart des Feminismus und den Mythos vom Patriarchat 

1. Warum Männer nicht zerstören und Frauen nicht retten

2. Wellen und Haltebefehle: Was heißt Historisierung des Feminismus?

3. Die seltsame ewige Gegenwart des Feminismus

Vorbemerkung von Lucas Schoppe: Ingbert Jüdt, im Netz auch  als djadmoros bekannt, provoziert schon mit dem Titel seines gerade erschienenen Buches „Der Mythos vom Patriarchat und der Niedergang des Feminismus“ gleich zwei ganz unterschiedliche politische Gruppen: diejenigen, denen der Feminismus so wichtig ist, dass sie niemals einen Niedergang einräumen würden – und diejenigen, die darauf bestehen, dass der Feminismus ohnehin niemals ernstzunehmende Anliegen hatte, also auch gar keinen Niedergang erleben konnte.

Schlimmer noch: Den Begriff Patriarchat, der von vielen als ernstzunehmender und gewichtiger politischer Terminus verwendet wird, kritisiert Jüdt umfassend und enorm kenntnisreich als eine „mythische Denkform“. Er habe über mehrere Generationen hinweg niemals überzeugend begründet werden können.

Damit aber wären Feministinnen mehrerer Generationen jeweils daran gescheitert, die Grundlagen ihrer eigenen Position kritisch zu betrachten und zu klären – wenn sie es denn überhaupt versucht hätten. Heute wäre es, so Jüdt, die Männerbewegung, die auf die blinden Flecke des Feminismus hinweist und die so gleichsam sein schlechtes Gewissen darstellt.

Wenn Jüdt am Ende des Ausschnittes aus seinem Buch, den ich hier veröffentlichen kann, als Beispiele die Rede vom Gender Pay Gap, die von einer rape culture und die Klischees zur häuslichen Gewalt anführt, möchte ich als Trennungsvater noch ein Beispiel ergänzen.

Für den deutschen Gesetzgeber haben Väter und Kinder heute noch immer keine eigenständige Beziehung zueinander, und rechtlich wird ihre Beziehung immer noch über die Mutter begründet. Der Vater hat ein Sorgerecht dann, wenn er mit der Mutter verheiratet ist – oder wenn die Mutter seinem Sorgerecht ausdrücklich zustimmt.

Erst auf massiven Druck aus der europäischen und der juristischen Ebene, nämlich nach Urteilen des Europäischen Gerichtshofs und des Verfassungsgerichts, war die deutsche Familienpolitik zu kleinen Zugeständnissen an die Rechte von Kindern und Vätern bereit. Seit 2013 kann ein Gericht die fehlende Zustimmung der Mutter ersetzen.

Dass damit Väter und Kinder rechtlich noch immer kein eigenständiges Verhältnis zueinander haben, passt offenkundig nicht in eine moderne, rechtsstaatliche Gesellschaft. Vergleichbar verrückt wäre es, wenn Frauen rechtlich keine eigene Geschäftsfähigkeit hätten, sondern dabei jeweils auf die Zustimmung eines Mannes angewiesen wären.

Es sind aber ausgerechnet wesentlich Feministinnen, die solche anachronistischen Bedingungen der Rechtsverletzung und der Ungleichheit ideologisch orchestrieren und lobbyistisch durchsetzen. Menschen hingegen, die sich gegen diese Ungleichheit wenden, werden als „antifeministisch“ in die Nähe von Nazis gerückt oder zumindest als reaktionäre Frauenfeinde hingestellt.

Jüdts Text gibt auch eine Antwort darauf, wie sich solche verkehrten Verhältnisse überhaupt entwickeln konnten, die uns heute als normal erscheinen, obwohl wir längst merken, dass vieles daran nicht stimmt.

Im folgenden Text sind nur die Überschriften, die Bilder und die Texte zu den Bildern von mir, alles andere stammt von Ingbert Jüdt. Ingbert hat, mit anderen Schwerpunkten, sein Buch auch schon in den Blogs Geschlechterallerlei und Alles Evolution vorgestellt. Lucas Schoppe

Ist die Emanzipation Geschichte?

Kommentar GB:

Der Feminismus ist kein Humanismus.