Desinformation – ein Beispiel

Morgennachrichten im Saarländischen Rundfunk
Michael Mansion

Sa 09.11.2019

Protestbrief an den Saarländischen Rundfunk

Lieber Peter Weitzmann,

ich hoffe zunächst mal, dass es Ihnen gut geht und die Grippeviren keine Chance haben!
In den Morgennachrichten war auf SR2 zu hören, der Antisemitismus habe im Saarland erheblich zugenommen. Weiter kommentiert wurde das nicht und da ich einen umfangreichen Bekanntenkreis habe, rekapitulierte ich mit einigem Entsetzen, wer von den mir bekannten Leuten jetzt vielleicht (und warum?) auf die Idee gekommen sein könnte, „Juden raus“ an irgend eine Wand zu schmieren, einen Führerstaat fordert oder Synagogen brandschatzt. Da ist mir zumindest auf die Schnelle niemand eingefallen und ich habe solche Schmierereien bislang auch nirgends gesehen und bis auf gelegentlich zu hörendes dummes Geschwätz, hinsichtlich der israelischen Politik im Hinblick auf die Palästinenser, sind mir keine massiv kritischen oder gar militante Stimmen gegenüber Israel bekannt.

Die Frage lautet deshalb: Sind das „fake news“ und wenn nicht, worauf stützen sie sich?
Warum bitteschön sollte denn in der autochtonen und damit auch saarländischen Bevölkerung plötzlich und aus heiterem Himmel ein wesentlich steigender Antisemitismus über die Republik und das Land hereinbrechen? Welche Gründe könnte es hierfür geben?

Halten wir fest: Einen solchen Bodensatz an Antisemitismus (im Promille-Bereich) hat es immer gegeben und es gibt ihn (leider) in ganz Europa. Übel war er immer, jedoch nur sehr selten militant.

Unsere aktuellen Erfahrungen mit einem Großteil der Zuwanderer aus dem Arabisch sprechenden Raum lehrt uns allerdings (unter der Voraussetzung, dass wir uns mit dieser Problematik bereit sind wissenschaftlich auseinanderzusetzen), dass es sich bei ihnen mehrheitlich um Menschen handelt, die seit Kindestagen mit einem antiisraelischen Feinbild erzogen wurden, wobei darüber hinaus auch der Islam, als Form einer vormodernen und antidemokratischen Herrschaftskultur, einen idealen Nährboden für kulturelle und rassistisch konnotierte Ausgrenzung liefert.

Alle bisherigen Erfahrungen, die man bislang vor allem dort sammeln konnte, wo sich Parallelgesellschaften mit einer partiell eigenen Rechtsprechung etablieren, deuten in diese Richtung.

Das bedeutet, dass wir es mit einem massenhaften Import von Antisemitismus zu tun haben, dessen Umfang offensichtlich medial nur noch schwer oder garnicht zu vermitteln ist. Aus der Sicht der politischen Klasse ist das verständlich, wenngleich hoch problematisch.

Kann es deshalb sein, dass diese Verstörung in den durchsichtigen Versuch mündet, der eigenen Bevölkerung etwas zu unterstellen, was de facto weder rational erklärbar noch empirisch nachweisbar ist?

Kann es sein, dass sich der große Teil der sog. Leitmedien vor den Karren einer Politik spannen lässt, welche die Gegner der offiziellen politischen Aganda, als rechtslastige Modernisierungsverweigerer denunziert und zur unbelehrbaren Minderheit erklärt, welche im „Kampf gegen Rechts“ eines Besseren zu belehren ist?

Gegen diesen Verdacht spricht deutlich weniger, als gegen den, dass wir schon seit längerer Zeit einer Kampagne ausgesetzt sind, die man in den USA als Bullshit bezeichnen würde.
Der amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt hat sich mit dem Bullshit-Phänomen beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass es sich hierbei nicht um Lüge im direkten Sinne des Wortes handelt, jedoch wesentlich um falsch zusammengesetzte Fakten. Dies scheint mir bei der Hype um den Antisemitismus (ein unscharfer Begriff, weil es Judenhass heißen müsste) ganz wesentlich der Fall zu sein.

Es handelt sich in diesem Falle also um fortgesetzte (bewusste) Fehlinformation der Bürgerinnen und Bürger durch öffentlich-rechtliche Sendeanstalten, denen das GG eine Informationspflicht auferlegt hat und den Bürger/innen Gebühren abnötigt.

Es handelt sich also in diesem Falle um einen nachgerade unglaublichen Skandal!

Mit den besten Grüßen
Michael Mansion