Medienspiegel

Die Wiedergutmacher

Rainer Grell / 17.11.2019 /

„Sensible Zeitgenossen, die unter dem „Novemberblues“ leiden, sollten sich vielleicht überlegen, ob sie sich „im traurigen Monat November“ mit Raymond Unger auf die Reise durch Deutschland begeben oder ob sie die Lektüre seines Buches „Die Wiedergutmacher“ lieber in eine freundlichere Jahreszeit verschieben. Lesenswert ist das 2018 im Europaverlag erschienene Buch mit dem Untertitel „Das Nachkriegstrauma und die Flüchtlingsdebatte“ auf jeden Fall. Zur Aufheiterung trägt diese Analyse der politischen Landschaft in Deutschland allerdings ebenso wenig bei wie seinerzeit Heines Wintermärchen – egal, ob die Misere nun in Versen oder in Prosa beschrieben wird.

Die Entstehung dieses Buches verdanken wir dem Umstand, dass das Gefühl des Verfassers, der sich als „klassisch ‚links‘ sieht“ (S. 10) eines Tages seinem Intellekt nicht mehr folgte (S. 94), ein Erweckungserlebnis lutherischen Ausmaßes, das den Fußtruppen von Merkel und Co. bisher verwehrt blieb.“ (…)

(…) „Leitprinzipien der Wiedergutmacher“ sind (S. 15): „Moral vor Recht, Legende vor Wahrheit, Feminismus vor Maskulinität, Konformität vor Charakter, Gesinnung vor Verantwortung, Bekenntnis vor Handlung, Selbstverleugnung vor Selbstbehauptung, Gefühl vor Ratio, Feigheit vor Mut.“ (…)

https://www.achgut.com/artikel/die_wiedergutmacher

Kommentar GB:

Dringende Leseempfehlung!

Kritisch angemerkt sei, daß ich die folgende Aussage (ein Buchzitat) aus meiner Lieteraturkenntnis heraus überhaupt nicht nachvollziehen kann, und zwar nicht einmal ansatzweise. Ich mag mich dennoch irren, brauchte aber erst einmal Belege, um das beurteilen zu können:

„Seit jeher war die Frankfurter Schule [Horkheimer, Adorno, Habermas] der Meinung, man müsse dem Menschentier erklären, was es zu wollen hat, nämlich Diversität, Multikulturalität, Promiskuität und Säkularität“ (S. 222).

Wo nur mag der Autor des Buches das gelesen haben? In der Dialektik der Aufklärung? In den soziologischen Schriften Adornos? In seiner ästhetischen Theorie? In Habermas` Theorie kommunikativen Handelns?

Da steht aber nichts davon, gar nichts! Also wo nur, wo?

Oder meint er womöglich andere als die genannten Autoren, vielleicht Reich oder Herbert Marcuse? Da gäbe es zumindest einige Berührungspunkte. –

Ansonsten: lesen und urteilen Sie bitte selbst!